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Deutschland / Weltweit VW will Scania schlucken
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00:15 24.02.2014
Von Stefan Winter
VW bietet den anderen Scania-Aktionären fast 7 Milliarden Euro für ihre Papiere, um den schwedischen Lkw-Bauer völlig unter die eigene Kontrolle zu bringen. Quelle: dpa
Hannover

VW macht im Lkw-Geschäft Nägel mit Köpfen. Der Konzern bietet den anderen Scania-Aktionären fast 7 Milliarden Euro für ihre Papiere, um den schwedischen Lkw-Bauer völlig unter die eigene Kontrolle zu bringen. Gleichzeitig soll ein neuer Mann an der Spitze die Zusammenarbeit der Schweden mit der Münchener Lkw-Tochter MAN voran bringen: Der ehemalige Daimler-Manager Andreas Renschler soll im Februar 2015 in den VW-Vorstand einziehen und dort den 68-jährigen Leif Östling als Lkw-Verantwortlichen ablösen. Unter der Ägide des ehemaligen Scania-Chefs war die seit Jahren angekündigte Lkw-Allianz des Konzerns nicht weit gediehen.

VW ist seit rund zehn Jahren bei Scania beteiligt und hält dort die Mehrheit. Doch die schwedischen Minderheitsaktionäre erwiesen sich als schwierige Partner,und so will VW nun alle Scania-Aktien einsammeln. Das Angebot wurde gestern Abend nach einer Aufsichtsratssitzung veröffentlicht. VW will demnach 200 Kronen (umgerechnet 22,26 Euro) je Aktie zahlen. Das entspreche einem Aufschlag von mehr als 50 Prozent auf die Durchschnittskurse der vergangenen drei Monate. Wirksam wird das Angebot nur, wenn VW mindestens 90 Prozent der Papiere einsammeln kann, um dann die anderen Aktionäre in einem Squeeze-out mit Zwangsabfindung herausdrängen und Scania von der Börse nehmen zu können. Gelingt das, wird VW für das Aktienpaket rund 6,7 Milliarden Euro gezahlt haben.

Die vollständige Kontrolle soll genutzt werden, um die Synergien zwischen den beiden konzerneigenen Lkw-Marken zu heben, ohne stets die Interessen anderer Scania-Aktionäre berücksichtigen zu müssen. Langfristig soll das jährliche Ergebnis so um 650 Millionen Euro gesteigert werden. Bisher war für die absehbare Zeit von rund 200 Millionen die Rede gewesen, langfristig hatte Ferdinand Piëch aber auch schon von einer Milliarde gesprochen. Die Prognose des VW-Aufsichtsratschefs, der die Lkw-Allianz seit Jahren hartnäckig betreibt, galt unter Branchenkennern allerdings als gewagt. Wegen der langen Modellzyklen im Lkw-Geschäft werde das Synergieziel erst in zehn bis 15 Jahren erreicht, hieß es gestern.

Der Mann, der das schaffen soll, hat ein Jahrzehnt lang den größten Lkw-Hersteller der Welt geführt. Der 55-jährige Andreas Renschler war Lkw-Vorstand bei Daimler, bevor er ins Produktionsressort gesetzt wurde und bald die Brocken hinwarf. Wegen einer Wettbewerbsklausel darf er erst in einem Jahr bei VW starten, doch im Konzern gilt er als idealer Kandidat für die Aufgabe. Nach Piëchs Darstellung hat Östling seinen Nachfolger selbst nach Wolfsburg gelockt: „Wir freuen uns, dass es uns dank des Vorschlags und Einsatzes von Herrn Östling gelungen ist, Herrn Renschler für unser Unternehmen zu gewinnen.“ Östling werde der Lkw-Sparte des Konzerns auch weiterhin verbunden bleiben.

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