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Deutschland / Weltweit Urgestein Klaus Eisert lobt Hannover Messe
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11:07 09.04.2011
Von Lars Ruzic
Elektromobilität ist ein Treiber der Hannover Messe – und der Umsätze von Klaus Eiserts Konzern Phoenix Contact. Quelle: Martin Steiner

Wenn einer den Erfolg einer Hannover Messe einschätzen kann, dann er. Seit 58 Jahren ist Klaus Eisert dabei – Anfangs nahm ihn der Vater mit auf den damals wenige Quadratmeter großen Stand des Familienunternehmens Phoenix Contact. Seit 1975 führt der Ingenieur selbst die Geschäfte – und hat aus dem kleinen Familienbetrieb den Weltmarktführer für elektrische und elektronische Verbindungstechnik geformt. Ein echter „Hidden Champion“ aus dem ostwestfälischen Blomberg, 80 Kilometer vom Messegelände entfernt: 11.000 Mitarbeiter, 1,3 Milliarden Euro Umsatz, drittgrößter Aussteller auf der Hannover Messe.

Der „alte Hase“, Jahrgang 1934, ist euphorisch. „Am liebsten sehe ich Rücken“, erzählt Eisert. Will heißen: Wenn sein Messestand so voll ist, dass man sich an den vielen Menschen vorbeischlängeln muss, dann ist der Elektrotechniker zufrieden. Und es gab viele Rücken zu umschiffen: 30 Prozent mehr Besucher zählten Eiserts Mitarbeiter am Stand – und die Geschäfte liefen glänzend. „Es war die beste Hannover Messe, die es je gegeben hat“, resümiert der Unternehmer.

Deutlich mehr Besucher aus dem Ausland seien in diesem Jahr angereist, vor allem aus den Schwellenländern. Vielen habe im vergangenen Jahr die Aschewolke den Besuch in Hannover unmöglich gemacht. Die hätten nun Nachholbedarf gehabt. Zudem fänden sich immer mehr Firmen zusammen, um gemeinsam Flieger zu chartern, die die Fachleute nach Hannover einflögen. Sie trafen auf eine Ausstellerschaft in glänzender Stimmung. „Ich habe keinen Kollegen getroffen, für den der März nicht der beste Monat überhaupt war“, berichtet der geschäftsführende Gesellschafter.

Auch die Personalmanager von Phoenix Contact hatten viel zu tun: Wesentlich mehr Jugendliche und Frauen hat Eisert am Stand bemerkt. Technik scheine diese angesichts des drohenden Fachkräftemangels heiß umworbenen Zielgruppen wohl wieder mehr „anzumachen“ – Handy, Smartphone und iPad sei Dank, vermutet Eisert, der selbst gern auf das Mobiltelefon verzichtet.

Auch Phoenix Contact sucht händeringend Personal: Allein in den Stammwerken Blomberg und Bad Pyrmont, wo heute rund 5000 Menschen arbeiten, sollten in diesem Jahr 400 Stellen hinzukommen. Das passende Personal zu finden ist für einen nur der Fachwelt bekannten Spezialisten in der Provinz besonders schwer. Daher nutzt der Hersteller von Klemmen, Steckverbindern und Kabelanschlusstechnik die Hannover Messe, „um unser Lasso auszuwerfen“.

Ein Ende des Aufschwungs ist nicht in Sicht. Nach einem Einbruch 2009 hatte Phoenix Contact bereits im Folgejahr die Vorkrisenumsätze übertroffen, im ersten Quartal 2011 kam ein Plus von 25 Prozent hinzu. Für das Gesamtjahr rechnen die Blomberger vorsichtig mit einem 10-prozentigen Plus. Phoenix Contact profitiert dabei von den gleichen Trends wie die Hannover Messe – Energiewende, intelligente Netze, Elektromobilität. Kein Wunder also, wenn Klaus Eisert auch im nächsten Jahr wieder in Hannover dabei sein wird.

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