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Deutschland / Weltweit K+S will sich nicht schlucken lassen
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08:32 03.07.2015
Von Albrecht Scheuermann
„Die vorgeschlagene Transaktion reflektiert nicht den fundamentalen Wert von K+S“: Vorstand und Aufsichtsrat haben das Angebot abgelehnt. Quelle: christian burkert
Kassel/Hannover

Vorstand und Aufsichtsrat hätten „nach sorgfältiger Prüfung und Abwägung der Gesamtumstände“ beschlossen, den „unaufgeforderten Vorschlag“ des Konkurrenten zur Übernahme aller Aktien zu einem Preis von 41 Euro je Anteilsschein abzulehnen, hieß es in einer Börsenmitteilung. „Die vorgeschlagene Transaktion reflektiert nicht den fundamentalen Wert von K+S und ist nicht im Interesse des Unternehmens.“

Die Mitteilung aus Kassel brachte den Kurs der K+S-Aktie stark unter Druck. Nachdem er am Morgen noch 38,40 Euro erreicht hatte, rutschte er später unter 37 Euro. Am vergangenen Donnerstag hatte K+S über das Kaufinteresse aus Kanada berichtet, was den Aktienkurs zeitweise um 40 Prozent in die Höhe schießen ließ. Diese Prüfung hat nun zu einem negativen Ergebnis geführt.

Dabei haben offenbar die Sorgen um die Arbeitsplätze in den deutschen Bergwerken und Produktionsstätten, davon etliche in Niedersachsen, eine wesentliche Rolle gespielt. „PotashCorp hat keine verbindlichen Zusagen zum Schutz der Interessen der weltweit mehr als 14 000 Beschäftigten von K+S gemacht“, erklärte K+S-Vorstandschef Norbert Steiner. 10 000 davon sind in den deutschen Werken tätig. Insgesamt hängen laut Steiner allein in Deutschland direkt oder indirekt mehr als 30 000 Arbeitsplätze von K+S an der Rohstoffgewinnung und deren Verarbeitung.

In der Belegschaft rumort es

Auch der Vorsitzende der IG Bergbau, Chemie, Energie, Michael Vassiliadis, wies die Offerte zurück. „Mit Blick auf die Zukunftsperspektiven der deutschen Standorte“ könne man sie „nicht positiv bewerten“, sagte Vassiliadis, der gleichzeitig stellvertretender Aufsichtsratschef von K+S ist. In der Belegschaft rumort es seit dem Bekanntwerden des Übernahmevorhabens. „Die Leute haben Angst um ihren Arbeitsplatz“, berichtete ein Belegschaftsvertreter.

Angeblich interessieren sich die Kanadier hauptsächlich für die gerade entstehende neue Kaliförderstätte von K+S im kanadischen Saskatchewan - und nicht für die deutschen Produktionsstätten. Auch die hannoversche Salz-Tochter Esco würden sie wohl eher abstoßen als ausbauen wollen, hieß es aus dem K+S-Umfeld.

Allerdings ist das Thema mit der Absage aus Kassel noch nicht erledigt. Denkbar wäre es, dass die Kanadier nun eine sogenannte feindliche Übernahme starten, also den Aktionären gegen den Willen von Vorstand und Aufsichtsrat ein Angebot machen.

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