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Deutschland / Weltweit US-Wirtschaft verliert Schwung
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18:58 30.07.2010

Die Aufbruchstimmung in der US- Wirtschaft ist dahin. Nach einem ansehnlichen Plus von 3,7 Prozent in den ersten drei Monaten des Jahres legte die weltgrößte Volkswirtschaft im zweiten Quartal aufs Jahr hochgerechnet nur noch um 2,4 Prozent zu. Mit einer Fortsetzung des guten Laufs hatten zwar auch die Ökonomen nicht mehr gerechnet. Doch die am Freitag veröffentlichte Wahrheit ließ auch sie erschrecken.

„Die Wirtschaft hatte das zweite Quartal mit einer Menge Schwung begonnen, es aber mit sehr wenig beendet“, sagte der US-Chefökonom des Wirtschaftsforschungsinstituts IHS Global Insight, Nigel Gault, dem Wirtschaftsdienst Bloomberg. Hoffnung auf Besserung sieht er keine, eher wird es seiner Meinung nach noch schlimmer: „Wir erwarten, dass das Wachstum im dritten Quartal schwächer ausfällt.“

Zwar besteht durchaus die Chance, dass die nun vorgelegte Schätzung nachträglich nach oben korrigiert wird. So war es auch im ersten Quartal. Doch daran mag im Moment niemand so recht glauben. Die Rahmenbedingungen sind zu schlecht. Die Verbraucherausgaben, von denen die US-Volkswirtschaft zu 70 Prozent abhängt, kletterten im zweiten Quartal lediglich um 1,6 Prozent. In den drei Monaten zuvor waren es noch 1,9 Prozent gewesen.

US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte die Wirtschaftsaussichten erst kürzlich als „ungewöhnlich ungewiss“ bezeichnet und angedeutet, dass die Fed die Konjunktur auch noch eine ganze Zeit mit billigem Geld stützen müsse. Experten erwarten, dass die Zentralbank den Leitzins nun bis weit ins kommende Jahr hinein bei nahe null Prozent belässt.

Das bedeutet, dass sich die Banken das Geld fast zum Nulltarif borgen können - und die Zinsen damit auch für die Kunden niedrig bleiben. Die sollen, so der Hintergedanke, mit dem billigen Geld dann investieren und die Wirtschaft ankurbeln.

Die Theorie geht in der Praxis aber nicht auf. Die Unternehmen sparen immer noch, wo sie nur können. Anders ist es nicht zu erklären, dass viele Industriekonzerne zuletzt Gewinnsprünge verkünden konnten, während ihre Geschäfte dahindümpeln. Ein Beispiel ist der Mischkonzern General Electric, dessen Umsatz im zweiten Quartal um 4 Prozent fiel. Der Gewinn stieg um 16 Prozent.

Viele Börsianer blicken sorgenvoll auf diese Entwicklung. Für sie zählt im Moment nur eines: Geschäft, Geschäft, Geschäft. Denn Gewinne lassen sich mit Stellenstreichungen oder Buchhaltungstricks in die Höhe treiben. Um Aufträge müssen die Unternehmen dagegen kämpfen.
Erst unlängst hatte die Fed ihre US-Wachstumsprognose nach unten korrigiert. Für 2010 sei nun mit einem Plus zwischen 3 und 3,5 Prozent zu rechnen. Vor drei Monaten hatte die Fed noch einen Zuwachs zwischen 3,2 und 3,7 Prozent vorausgesagt. Besorgniserregend ist der dabei Jobmarkt: Während die Zentralbank am Ende des Jahres eine Arbeitslosenquote von zwischen 9,2 und 9,5 Prozent erwartet, soll es in zwei Jahren noch immer - für US-Verhältnisse hohe - mindestens 7,1 Prozent sein.

Der Internationale Währungsfonds IWF bezeichnete die Erholung in den USA in einem am Freitag veröffentlichten Bericht als „nach historischen Maßstäben langsam“. Die private Nachfrage sei träge, die Lage am Arbeitsmarkt bessere sich nur langsam. Besondere Risiken bestünden unter anderem durch einen erneuten Absturz des Immobilienmarktes.

Da die Firmen nur wenig investieren und die Verbraucher sich bei ihren Einkäufen zurückhalten, stehen Läden, Fabrikhallen und Büros leer. Der Währungsfonds rechnet in diesem Jahr immerhin noch mit einem Wachstum von 3,3 Prozent. Den dicken Hammer erwartet der IWF erst im nächsten Jahr mit einer Abschwächung auf 2,9 Prozent.

dpa

Unter dem Label „Naturenergie Plus“ will der bislang atomlastige Stromkonzern EnBW einem Zeitungsbericht zufolge ab September bundesweit eine neue Ökostrom-Marke anbieten. Die gestiegene Energienachfrage infolge des Aufschwungs brachte der EnBW im ersten Halbjahr ein Umsatz- und Gewinnplus ein.

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