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Deutschland / Weltweit UN: Großkonzerne betreiben Raubbau an der Natur
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10:27 13.07.2010
Quelle: dpa

Die Vereinten Nationen werfen den größten Konzernen der Welt beim Umweltschutz schwere Versäumnisse vor. „Das natürliche Kapital der Welt wird im großen Stil vernichtet“, warnte UN-Umweltchef Achim Steiner in der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag). Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko steht laut den UN für weit mehr als die Probleme eines einzelnen Konzerns: Denn noch immer schenke die Wirtschaft weltweit dem Natur- und Artenschutz kaum Beachtung. „Der Raubbau an der Natur durch die Wirtschaft setzt sich seit Jahren ungebremst fort“, kritisiert Steiner. Wildnis, Arten, Lebensräume und Ökosysteme verschwänden in nie dagewesenem Tempo. Eine aktuelle Schätzung des UN-Umweltprogramms (UNEP) kommt zum Ergebnis, dass die Arten heute 100 Mal schneller aussterben, als es die Evolution vorgibt.

In internationalen Großkonzernen löst das dem Bericht zufolge offenbar kaum Sorgen aus. Nur zwei der 100 größten hätten sich den Erhalt der Ökosysteme als strategisches Ziel auf die Fahnen geschrieben, so das Ergebnis der UN-Studie, die an diesem Dienstag in London auf der globalen Konferenz für Artenvielfalt und Biodiversität veröffentlicht wird. Von 1100 internationalen Top-Managern fürchte nur jeder Vierte, Artensterben und der Verlust ganzer Ökosysteme könnten das eigene Geschäft beeinträchtigen. In vielen Konzernen gelte noch immer die Devise: Natürliche Ressourcen sind unerschöpflich. „Dabei müssen wir längst schmerzhaft spüren, dass das nicht mehr stimmt“, sagt UNEP-Chef Steiner.

Die Vereinten Nationen beziffern die Umweltschäden, die allein die 3000 größten Unternehmen der Welt durch den Missbrauch natürlicher Ressourcen, durch Verschmutzung von Luft oder Gewässern sowie das Aussterben von Arten verantworten, auf 1,7 Billionen Euro. „Viele Volkswirtschaften sind noch immer blind für den enormen Einfluss der Artenvielfalt von Tieren, Pflanzen und anderen Lebensformen und ihre Rolle für die Funktion des Ökosystems“, kritisierte Steiner. Das betreffe Wälder und Trinkwasservorräte ebenso wie den Boden, die Ozeane und die Atmosphäre.

dpa/afp

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