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Deutschland / Weltweit WM bremst die Reiselust
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22:38 08.08.2014
Von Jens Heitmann
TUI-Travel-Chef Peter Long ist mit der Geschäftsentwicklung zufrieden. Quelle: dpa
Hannover

Man freue sich, von April bis Juni erneut europaweit eine starke Performance abgeliefert zu haben, erklärte Unternehmenschef Peter Long am Freitag bei der Vorlage der Bilanzzahlen in London. In der britischen TUI Travel hat der hannoversche TUI-Konzern seine Reiseveranstalter gebündelt, die Tochter steht damit für rund 95 Prozent des gesamten Geschäfts. Konzernchef Friedrich Joussen will das Unternehmen in einem komplizierten Manöver komplett übernehmen, Mitte September sollen die Details verkündet werden. Joussen und Long wollen den fusionierten Konzern zunächst als Doppelspitze führen, später soll der Brite neuer Aufsichtsratschef werden.

Bei der Zwischenbilanz nach neun Monaten – das Geschäftsjahr endet am 31. Oktober – beklagte Long, dass der Wettbewerb um die Pauschalreisenden noch härter geworden sei. Die Kapazitäten bei den Ferienfliegern stiegen stetig weiter, hieß es.

TUI Travel selbst hat sein Angebot im schwierigen französischen Markt noch einmal verringert – besonders dadurch sei der Umsatz in den ersten drei Quartalen um 3 Prozent auf 9 Milliarden Pfund (11,4 Milliarden Euro) gesunken. Dennoch sei der saisonal übliche Verlust um 13 Prozent auf 186 Millionen Pfund (235 Millionen Euro) zurückgegangen, teilte das Unternehmen mit.

Reiseveranstalter verbuchen traditionell in den Wintermonaten ein Minus, das dann durch den Gewinn in der Sommersaison ausgeglichen wird. TUI Travel steigerte den operativen Ertrag von April bis Juni um 47 Prozent auf 112 Millionen Pfund. Für den größten Gewinnschub sorgt in der Regel das Schlussquartal von Juli bis September. Auf vergleichbarer Basis – also ohne Währungseffekte und das Ostergeschäft – legte das Ergebnis um 21 Prozent auf 92 Millionen Pfund zu.

Neben Frankreich und Russland tut sich TUI Travel in diesem Jahr auch in Skandinavien schwer, wo man zuletzt immer stabile Zuwächse verzeichnen konnte. Für die ersten neun Monate steht dort ein Umsatzminus von 4 Prozent zu Buche. Um so zufriedener zeigte sich Long mit den Hauptmärkten Großbritannien und Deutschland. Beide hätten ihren operativen Gewinn im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 beziehungsweise 16 Prozent erhöht.

Wegen des Erfolgs der Nationalmannschaft bei der WM hatte TUI Deutschland stärker unter der Zurückhaltung der Kunden zu leiden als die britische Schwester – England war bereits in der Vorrunde und damit eine Woche vor Quartalsende ausgeschieden. Das ordentliche Plus, das TUI Deutschland zu Jahresbeginn für die Sommersaison verzeichnet hatte, kehrte sich durch die WM-Flaute in ein kleines Minus um. Nach dem Finale habe die Nachfrage aber spürbar angezogen, hieß es in Hannover.

TUIfly spart mit neuen Flügelenden Sprit

TUIfly rüstet als erste deutsche Fluggesellschaft ihre Maschinen mit „Split Scimitar Winglets“ aus – gemeint sind damit spezielle Flossen an den Enden der Tragflächen. Nach Angaben des Unternehmens verbessern sie das Strömungsverhalten der Jets deutlich – das spart Sprit. Insgesamt senke jede Maschine ihren Verbrauch um 242 000 Liter Kerosin im Jahr, bei einer Flotte von 38 Boeing 737 wären das
9 Millionen Liter, die Kosten könnten dadurch um bis zu 5 Millionen Euro sinken, sagte ein Firmensprecher. Bisher kennt man in der zivilen Luftfahrt nach oben gebogene Tragflächenenden. Bei der neuen Technik kommt am Ende der Flügel außerdem eine nach unten weisende Flosse zum Einsatz. Bisher hat TUIfly vier seiner Maschinen umgerüstet – bis Ende übernächsten Jahres will die Gesellschaft alle Modelle mit der Technik ausstatten. „Wir freuen uns, dass wir künftig noch spritsparender und umweltschonender fliegen können“, sagte TUIfly-Chef Dieter Nirschl.

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