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Deutschland / Weltweit Teurer Erfolg für Lebensversicherer
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10:45 10.02.2014
Von Albrecht Scheuermann
Lebensversicherungen sind bei den Deutschen noch immer beliebt. Quelle: dpa
Hannover

Die neue Bundesregierung will die entsprechende gesetzliche Regelung ändern. Allerdings dürfte dies seinen Preis haben: Den Versicherern drohen verschärfte Verbraucherschutzregeln, die sie ebenfalls einiges kosten dürften. Die Formulierung im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD klingt etwas rätselhaft: „Wir wollen Lösungsvorschläge zum Umgang mit den Folgen eines lang anhaltenden Niedrigzinsumfeldes erarbeiten und generationengerecht im Interesse der Versichertengemeinschaft geeignete Maßnahmen zur Stärkung der Risikotragfähigkeit und Stabilität der Lebensversicherungen treffen.“

Versicherungsexperten wissen jedoch, was gemeint ist: Es geht vor allem um die Pflicht der Lebensversicherer, ausscheidenden Kunden die Bewertungsreserven mindestens zur Hälfte auszuzahlen. Bewertungsreserven entstehen, wenn die Preise von Wertpapieren oder sonstigen Vermögensgegenständen über die Wertansätze in der Bilanz steigen. Früher konnten die Lebensversicherer solche Reserven komplett für sich behalten. Doch der Kampf von Verbraucherschützern hatte schließlich Erfolg, das Gesetz wurde 2008 nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts geändert.

Allerdings änderten sich seitdem auch die Marktgegebenheiten so radikal, wie es kein Experte vorausgesehen hat. Nach den Kurseinbrüchen an den Aktienbörsen und den lange Zeit schlechten Renditen am Immobilienmarkt investieren Lebensversicherer die Beitragseinnahmen vor allem in sichere Zinspapiere. Diese haben infolge der Finanz- und Schuldenkrise enorm an Wert gewonnen, sodass die Bewertungsreserven früher undenkbare Größenordnungen erreicht haben.

Die Pflicht, diese nun zur Hälfte auszuschütten, kostete die Branche allein vergangenes Jahr 3,4 Milliarden Euro. Wenn dies nur die Unternehmen selber träfe, würde sich das Mitleid wohl in Grenzen halten. Die Branche argumentiert jedoch, dass vor allem andere Kunden getroffen werden, deren Verträge länger laufen. Je mehr Reserven die Unternehmen jetzt ausschütten müssen, desto geringer fällt die Überschussbeteiligung später aus.

Diese Argumentation findet nun bei den Politikern Gehör. Die Berliner Koalition will die Regelung ändern. Dies könnte allerdings den Verdacht wecken, dass sich die Versicherungslobby mal wieder durchgesetzt hat. Deshalb sind zusätzliche Änderungen in der Diskussion, um die Rechte der Kunden zu verbessern. So sollen die Unternehmen künftig in größerem Umfang als bislang Überschüsse den Kunden gutschreiben müssen, statt sie in die eigene Kasse zu lenken. Außerdem wird über schärfere Regeln für die Provisionen nachgedacht, die den Kunden in Form von höheren Leistungen zugutekämen.

„Ich verstehe nicht, wieso wir einen Preis für die Reform einer unsinnigen Regelung bezahlen müssen“, schimpft ein hannoverscher Versicherungsmanager, der nicht genannt werden will. Dass solche Einwände Gehör finden, ist aber zweifelhaft – schon wegen einer Personalie: Gerd Billen, früher Deutschlands oberster Verbraucherschützer, wirkt jetzt als Staatssekretär im Justizministerium an der Reform mit.

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