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Deutschland / Weltweit 3,7 Prozent mehr Geld für Chemie-Industrie
Mehr Welt Wirtschaft Deutschland / Weltweit 3,7 Prozent mehr Geld für Chemie-Industrie
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17:03 05.02.2014
Ein Mitarbeiter hält im Material Research Center des Pharma- und Chemiekonzerns Merck in Darmstadt im Reinraum eine Platte für die Aufnahme von OLED-Kristallen. Quelle: dpa (Symbolbild)
Hannover

Der erste große Tarifabschluss des Jahres ist in trockenen Tüchern: Die 550.000 Beschäftigten in der Chemie-Industrie erhalten 3,7 Prozent mehr Geld. Die Laufzeit des Kompromisses beträgt insgesamt 14 Monate und beinhaltet am Anfang einen sogenannten Leermonat, also eine Wartezeit ohne eine Erhöhung. Erst danach greifen die 3,7 Prozent Einkommensverbesserung. Das teilten die Gewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC am Mittwoch nach dem Ende ihrer bundesweiten Verhandlungen in Hannover mit.

Für Betriebe in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gibt es bei der Lohnzahl ein Hintertürchen: Sie können die Tariferhöhung um bis zu zwei Monate nach hinten verschieben, „wenn die wirtschaftliche Lage dies erfordert“, wie der Arbeitgeberverband BAVC mitteilte. Die IG BCE sprach von „gravierenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten“, die vorliegen müssten, damit ein Unternehmen ausscheren dürfe.

BAVC-Präsidentin Margret Suckale ließ erklären: „Mit dem Abschluss beteiligen wir die Beschäftigten angemessen am Erfolg unserer Branche.“ Die Erhöhung um 3,7 Prozent auf 14 Monate liegt wegen des Nullmonats und der über ein Jahr hinausreichenden Zeitspanne rechnerisch klar unter einem Plus von 3,7 Prozent für 12 Monate. Die IG BCE war ursprünglich mit der Forderung nach 5,5 Prozent mehr Geld für genau ein Jahr in die Verhandlungen gegangen.

IG-BCE-Verhandlungsführer Peter Hausmann sprach dennoch von einem angemessenen und tragfähigen Kompromiss. „Wir haben eine spürbare Erhöhung der Entgelte erreicht. Zudem ist es gelungen, die Ausbildungs- und Übernahmeperspektiven der jungen Leute zu verbessern.“ Wie beide Seiten erklärten, werden in den Jahren 2014 bis 2016 jeweils 9200 neue Ausbildungsplätze gewährleistet. In den Vorjahren seien es jeweils 9000 gewesen.

Zuletzt hatte sich die Branche im Sommer 2012 auf 4,5 Prozent mehr Einkommen geeinigt bei damals 19 Monaten Laufzeit. Aufs Jahr gerechnet ergab das knapp 3 Prozent Zuwachs bei den Verdiensten.

Die beiden Tarifparteien hatten auch um das Thema Azubi-Übernahme gestritten. Fest steht nun, dass für übernommenen Lehrlinge die unbefristete Einstellung zum Normalfall werden soll. Paritätische Kommissionen sollen dies überprüfen. Hausmann sagte dazu: „Die Ära der Befristungen geht zu Ende, wir haben eine Trendwende eingeleitet.“ Auch die Arbeitgeber werteten den Übernahmekompromiss als Erfolg. „Die Entscheidung zur Übernahme bleibt weiterhin in der Verantwortung der Unternehmen“, teilte der BAVC mit, ein „Übernahmezwang“, der die eigenständige Verantwortung der Unternehmen beschneide, sei verhindert worden.

dpa

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