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Deutschland / Weltweit TUI steuert mehr Gewinn bei Hapag-Lloyd an
Mehr Welt Wirtschaft Deutschland / Weltweit TUI steuert mehr Gewinn bei Hapag-Lloyd an
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20:10 06.07.2010
Die Reederei Hapag-Lloyd fährt wieder Gewinne ein. Quelle: dpa

Im Herbst vergangenen Jahres drohte der Reederei Hapag-Lloyd der Untergang – jetzt soll die Containerline der TUI als Hauptaktionär schon wieder die Bilanz aufhübschen. Man rechne für das laufende Geschäftsjahr (30. September) mit höheren Ergebnisbeiträgen als zunächst angenommen, teilte der Konzern am Dienstag in Hannover mit. „Das Transportvolumen und insbesondere die Frachtraten haben sich in den zurückliegenden Monaten kontinuierlich verbessert und liegen inzwischen deutlich über den vergleichbaren Werten des Vorjahres“, hieß es.

Die deutschen Reeder schauen insgesamt wieder optimistisch in die Zukunft. Die meisten Schiffe, die wegen mangelnder Nachfrage zeitweise stillgelegt waren, fahren wieder. Eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers hat zuletzt ergeben, dass bei vier von fünf Unternehmen die Flotte wieder voll ausgelastet ist. Im vergangenen Jahr sei das nur bei jedem zweiten Befragten so gewesen. Auch für die kommenden zwölf Monate sind die Aussichten nach Einschätzung der Branche freundlich. Fast 80 Prozent der Reeder rechnen mit höheren Charterraten. (Vorjahr: 37 Prozent) und 70 Prozent mit höheren Frachtraten (42 Prozent).

Die TUI hatte schon im Mai mitgeteilt, dass ihre Hamburger Tochter im ersten Quartal erstmals seit Herbst 2008 operativ wieder in die schwarzen Zahlen gefahren war. „Seit der Vorlage des Halbjahresberichts hat sich der positive Trend bei Hapag-Lloyd verstärkt“, teilte der Konzern jetzt mit. Es werde erwartet, dass Hapag-Lloyd „ein signifikant positives operatives Ergebnis ausweisen wird“. Die TUI ist mit rund 43 Prozent an der Reederei beteiligt.

An der Börse sorgte die höhere Prognose für Euphorie. Die TUI-Aktie schnellte in der Spitze rund 10 Prozent nach oben und war damit Spitzenreiter im Nebenwerteindex M-Dax. Nach Einschätzung von Branchenkennern steigt mit der verbesserten Geschäftsentwicklung die Wahrscheinlichkeit eines endgültigen Ausstiegs des Konzerns bei Hapag. Vorstandschef Michael Frenzel hat angekündigt, sich ausschließlich auf die Touristik konzentrieren zu wollen. Nach einem Verkauf könnte der Konzern seine hohe Schuldenlast verringern oder die britische Reisetochter TUI Travel wieder komplett übernehmen.

Noch vor wenigen Monaten galt Hapag-Lloyd das Sorgenkind der TUI. Nach dem Einbruch des Welthandels war die Reederei in eine Schieflage geraten und musste von ihren Eignern mit rund 1,8 Milliarden Euro über Wasser gehalten werden. Zudem gewährte die Bundesregierung eine Bürgschaft über 1,2 Milliarden Euro, die das Unternehmen allerdings nicht in Anspruch genommen hat.

Jens Heitmann

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