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Deutschland / Weltweit Zuschüsse sollen Sparer locken
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22:05 26.02.2015
Hat das Sparbuch ausgedient? Die Menschen gebe ihr Geld lieber aus, als es anzulegen. Quelle: Oliver Berg/dpa
Berlin/Hannover

Deswegen schlagen jetzt die Sparkassen Alarm. Die EZB-Zinspolitik verschärfe die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland, warnte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Georg Fahrenschon, im Gespräch mit der HAZ. Die Sparkassen fordern deshalb staatliche Zuschüsse, die das Sparen wieder interessanter machen.

„Egal, ob in Form einer Sparprämie oder ob der Staat endlich die bestehenden Gesetze zur Vermögensbildung modernisiert: Es besteht Handlungsbedarf.“ Sparen müsse sich auch in Niedrigzinszeiten lohnen, denn jedem sollte klar sein: „Der Euro, den ich heute verkonsumiere, der steht mir beispielsweise für die Altersvorsorge nicht mehr zur Verfügung.“ Geld genug sei in der Staatskasse vorhanden, meinte der Sparkassen-Präsident. „Der Bund profitiert auch von den niedrigen Zinsen und verfügt über mehr finanziellen Spielraum denn je.“

Fahrenschon weist darauf hin, dass Bezieher höherer Einkommen eher auf Geldanlagen ausweichen könnten, die nicht so sehr vom EZB-Leitzins abhängig sind. Deshalb sei der Staat dringend gefordert, mehr Anreize für die Vermögensbildung der Bürger zu schaffen. Mit dem Vermögensbildungsgesetz existiere bereits ein gutes Instrument, das von Millionen Menschen genutzt werde.

„Der seit Jahren eingefrorene Förderumfang müsste jedoch dringend der aktuellen Situation angepasst werden, denn heute kommt nur noch ein kleiner Teil der Bevölkerung in den Genuss dieser Förderung.“ Großen Reform- und Anpassungsbedarf sieht der DSGV-Präsident auch für die Riester- und Rürup-Renten im Rahmen der privaten Altersvorsorge.

Unabhängig von der staatlichen Sparförderung rät Fahrenschon, trotz der Mini-Zinsen Geld zur Seite zu legen, gerade mit Blick auf einen auskömmlichen Lebensstandard im Alter. „Sparen lohnt sich natürlich auch in Zeiten niedrigster Zinsen.“

Vor Fahrenschon hatten bereits andere Vertreter des Sparkassenlagers staatliche Anreize fürs Sparen gefordert. So präsentierte Baden-Württembergs Sparkassen-Präsident Peter Schneider vor einigen Tagen die Idee eines Prämien-Sparbuches. Bei einem maximalen Sparbetrag von 100 Euro monatlich kommen in sieben Jahren 8400 Euro zusammen. Darauf könnte es dann neben den Bankzinsen eine staatliche Prämie von zum Beispiel 5 Prozent, also 420 Euro, geben. Die Kosten für den Bundeshaushalt seien gering, erklärte Schneider. Selbst wenn 20 Millionen Menschen eine solchen Vertrag abschließen, koste dies den Bund nur rund eine Milliarde Euro jährlich.

Der Forderung nach staatlichen Sparanreizen schließt sich Niedersachsens Sparkassen-Präsident Thomas Mang an. „Es ist an der Zeit, dass die Politik für einen fairen Ausgleich sorgt und ein wenig Last von den Schultern der Sparer nimmt. Insofern unterstützen wir die Forderung nach staatlichen Sparanreizen.“

Während den Deutschen angesichts der Mini-Zinsen die Freude am Sparen vergeht, steigt ihre Konsumlust auf neue Höhen. Die Stimmung der deutschen Verbraucher sei inzwischen so gut wie seit 13 Jahren nicht mehr, teilte das Marktforschungsunternehmen GfK am Donnerstag in Nürnberg mit.

Dieter Wonka und Albrecht Scheuermann

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