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Deutschland / Weltweit Schweinehalter bangen um ihre Existenz
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20:41 06.12.2015
Von Carola Böse-Fischer
Quelle: Carsten Rehder/dpa (Symbolbild)
Hannover

Viele Landwirte, die in tiefrote Zahlen geraten seien, stiegen aus der Schweinemast aus – oder gäben gleich den gesamten Betrieb auf. Das lässt sich in der Statistik deutlich ablesen, wie eine ISN-Sprecherin gegenüber der HAZ erläuterte. So habe sich die Zahl der Betriebe mit Schweinehaltung seit 2011 von etwa 8300 auf nur noch rund 6900 verringert, bundesweit von 30.900 auf gut 27.000. Noch stärker schrumpfte nach Angaben des Landvolks Niedersachsen die Zahl der Sauenhalter. Der Rückgang von 3500 auf 2200 Betriebe bedeute sogar ein Minus von fast 40 Prozent.

Derzeit zahlen die Schlachtunternehmen wie Tönnies, Vion oder Westfleisch den Landwirten nur noch 1,25 Euro je Kilogramm, wie die ISN mitteilte. Im Sommer waren es 1,40 Euro und vor einem Jahr sogar noch rund 1,80 Euro.

Bergab geht es mit den Preisen, seit Russland als Reaktion auf die EU-Sanktionen wegen der Ukraine-Krise einen Importstopp für Schweinefleisch aus Europa verhängte. Weil Russland für deutsche Fleischfirmen der wichtigste Exportmarkt außerhalb der EU war, trifft sie das Embargo besonders hart – und in der Folge die heimischen Schweinehalter, wie es hieß. Vor dem Embargo hat allein Deutschland jährlich rund 180.000 Tonnen Schweinefleisch nach Russland geliefert, die EU insgesamt etwa 750.000 Tonnen. Seit Anfang 2014 sei keine Tonne mehr exportiert worden, sagte die Verbandssprecherin. Russland versorge sich jetzt mit Importen aus Brasilien.

Der Fleischbranche ist es bislang nicht gelungen, neue Märkte als Ersatz zu erschließen. Auch das Geschäft mit China, das gerade anlaufe, bringt dem Verband zufolge keine Entlastung. Dort seien vor allem Schwänze, Pfoten, Ohren und Bäuche bei den Konsumenten gefragt, aber kaum teure „Edelteile“ wie Schweinefilet. Deshalb sind die Kühlhäuser voll, wie die ISN-Sprecherin erklärte.

Das Überangebot drückt die Preise. Dadurch kann der Lebensmitteleinzelhandel hierzulande seine Fleischtheken immer günstiger füllen. Doch die Handelskonzerne geben nach Beobachtung der Interessengemeinschaft der Schweinehalter die gesunkenen Einkaufspreise kaum an die Konsumenten weiter – mit Ausnahme „von einigen Lockvogelangeboten, mit denen das Fleisch mit Preisnachlässen von 50 Prozent und mehr quasi verramscht wird“, wie es bei der ISN heißt. Insgesamt aber gehe die Schere zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen immer weiter auseinander. Die Differenz betrage bereits 70 Cent je Kilogramm Schweinefleisch. Die Schweinehalter wären nicht in einer solchen Preiskrise, wenn vom erzielten Erlös an der Ladentheke nicht nur „mickrige 
20 Prozent bei den Erzeugern“ ankämen, erklärte der Verband. Das treibe viele Betriebe in den Ruin.

Jetzt hofft die Fleischbranche wenigstens auf eine anziehende Nachfrage vor Weihnachten. Grundsätzlich bleiben die Aussichten laut ISN jedoch trübe, solange Russland als Exportmarkt verschlossen sei.     

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