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Deutschland / Weltweit Schwarz-Gelb erwägt Versteigerung von AKW-Laufzeiten
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11:29 13.07.2010
Quelle: dpa

Die schwarz-gelbe Koalition erwägt offenbar eine Atomstrom-Auktion: „Das ist ein interessanter Vorschlag, der eine ernsthafte Prüfung verdient“, sagte Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) der „Financial Times Deutschland“ (Dienstagsausgabe). Die Regierung würde nach diesem Modell zusätzliche Laufzeiten in Strommengen umrechnen, die die Betreiber dann in kleinen Portionen ersteigern müssten. Vorbild ist die Auktion der Mobilfunk-Lizenzen, die dem Staat im Jahr 2000 umgerechnet mehr als 50 Milliarden Euro einbrachte.

Unter den Fachpolitikern der Koalition kommt das Auktions-Modell dem Zeitungsbericht zufolge gut an. Der Energie-Koordinator der FDP-Fraktion Horst Meierhofer äußerte „große Sympathien“ für eine Auktion. „Das ist eine gute Idee, weil sie eine wettbewerbliche Lösung ermöglicht“, sagte Meierhofer der „FTD“. Der Vorteil sei, dass nicht Politiker entscheiden müssten, wie viel längere Laufzeiten für welches Kraftwerk wert seien. Der energiepolitische Sprecher der der Unionsfraktion Thomas Bareiß (CDU) sagte der „FTD“: „Ich kann mir eine Auktionierung gut vorstellen. Alles, was wir sonst machen würden, wäre ein Deal und damit angreifbar.“ Auch energiepolitisch dürfte eine Auktion effizienter wirken, so Bareiß. „Die Reststrommengen landen mit der Versteigerung dort, wo sie am meisten gebraucht werden.“

Die Idee stößt auf großen Widerstand bei der SPD und der Umweltorganisation Greenpeace. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sagte am Dienstag: „Bei Atomlaufzeiten geht es um Sicherheit, nicht um das Staatssäckel.“ Die Versteigerung längerer Atomlaufzeiten an den Meistbietenden sei „russisches Roulette“. „Die durch Alt-Atomkraftwerke bedrohte Sicherheit der Menschen soll an den Meistbietenden verramscht werden“, sagte Greenpeace-Atomexperte Tobias Münchmeyer. „Damit setzt sich die Bundesregierung dem Vorwurf der Käuflichkeit von Politik aus.“

dpa/afp

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