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Deutschland / Weltweit Polen hamstern deutschen Zucker
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21:59 14.04.2011
Lebensmittelhändler rationieren den Zucker in Ostdeutschland. Quelle: dpa

Polnische Konsumenten fahren über die Grenze nach Deutschland, um sich hier in den Supermärkten mit Haushaltszucker einzudecken – in solchen Mengen, dass deutsche Kunden leer ausgehen. Handelskonzerne wie Rewe, Lidl oder Tengelmann haben in ihren Filialen im Grenzgebiet auf die verstärkte Nachfrage der polnischen Nachbarn reagiert und den Verkauf rationiert.

Man beobachte, dass Kunden mehrere Dutzend Pakete Zucker kauften, hieß es beim Rewe-Konzern am Donnerstag. Daher seien die Verkäufer in den Rewe- und Penny-Märkten angehalten, nur noch „handelsübliche Mengen“ abzugeben. Bei Tengelmann spricht man von einem „regelrechten Zucker-Tourismus“. Polnische Kunden kauften Zucker palettenweise. Der Großeinkauf lohnt sich. In Polen koste das Kilogramm Zucker mehr als doppelt so viel wie im deutschen Lebensmittelhandel, hieß es in der Branche. Ab 65 Cent sei hier das Paket Zucker zu haben, verglichen mit bis zu 1,50 Euro in Polen.

„Grundsätzlich verfügen wir über eine ausreichende Menge Zucker. Wir bitten unsere Kunden jedoch, Zucker nur in haushaltsüblicher Anzahl einzukaufen“, sagte eine Lidl-Sprecherin. Für Lidl stehe „die sichergestellte Versorgung unserer Kunden im Fokus und nicht die Aktivitäten auf Drittmärkten“. Die ebenfalls zur Schwarz-Gruppe gehörende Kette Kaufland verkauft nach eigenen Angaben maximal fünf Päckchen je Kunde.

Grund für die hohen Preise in Polen ist die geringere Selbstversorgung mit Zucker als etwa in Deutschland, wie ein Sprecher von Nordzucker erklärte. Der Braunschweiger Konzern ist mit zwei Fabriken und einer Raffinerie, in der importierter Rohrzucker verarbeitet wird, auf dem polnischen Markt vertreten. Als Polen vor dem EU-Beitritt die Zuckerquoten mit der Europäischen Kommission aushandelte, sei der Verbrauch deutlich geringer gewesen als heute, erläuterte der Nordzucker-Sprecher. Deshalb seien die Raffinerien in Polen auf Importe angewiesen.

Derzeit warte man auf die Freigabe der Kontingente durch die EU-Kommission. Daher sei die Versorgungslage noch angespannt, das schlage auf die Preise durch. Zudem sei das Liefersystem mit Jahresverträgen wie in Deutschland im Handel noch im Aufbau. Grundsätzlich gebe es in der EU ausreichend Zucker. Im Zuge der starken Nachfrage nach Agrargütern sind laut Nordzucker auch die Zuckerpreise auf dem Weltmarkt binnen Jahresfrist von 550 auf etwa 700 Dollar (480 Euro) geklettert.

Carola Böse-Fischer

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