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Deutschland / Weltweit Multivitaminsaft schneidet besonders schlecht ab
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00:16 11.02.2015
Nur drei von 22 getesteten Multivitamsäften kann die Stiftung Warentest empfehlen. Quelle: Sebastian Kahnert

Wer im Supermarkt vor dem Saftregal steht, ist schnell überfordert von dem schier übergroßen Angebot. Neben den unterschiedlichsten Saftsorten und -marken verwirren Begriffe wie „Direktsaft“ und „Konzentrat“, hinzu kommen Bezeichnungen wie „Nektar“ und „Fruchtsaftgetränk“. Wie soll man da den Überblick behalten?Fakt ist: In Sachen Fruchtsaftverbrauch hat Deutschland die Nase vorn. Etwa 33 Liter Saft hat jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr 2013 getrunken – das ist mehr, als bei den meisten europäischen Nachbarn. Am beliebtesten hierzulande ist der Apfelsaft, dicht gefolgt vom Orangensaft. Mit etwas größerem Abstand hat sich Multivitaminsaft auf Platz drei in der Beliebtheitsskala der Deutschen etabliert, aber auch Traubensaft kommt ab und zu ins Glas.

Was im Laden als Fruchtsaft, Fruchtnektar und Fruchtsaftgetränk verkauft werden darf, regelt das Gesetz. Die deutsche Fruchtsaftverordnung schreibt vor, wie viel Obst in den einzelnen Getränken stecken muss. Fruchtsaft besteht zu 100 Prozent aus gepressten Früchten, der Zusatz von Farb- und Konservierungsstoffen, Aromen oder zusätzlicher Süße ist nicht erlaubt. Direktsaft wird nach dem Auspressen auf 80 bis 85 Grad erhitzt und dann auf null Grad heruntergekühlt, um ihn für Transport und Lagerung bis zum Verkauf haltbar zu machen. Bevor der Saft abgefüllt im Supermarktregal landet, wird er noch einmal auf die gleiche Weise erhitzt.

Konzentrat nicht unbedingt schlechter

Gerade für längere Transportwege, zum Beispiel bei Orangensaft, arbeiten die meisten Hersteller jedoch mit Konzentrat: Dafür wird dem frisch gepressten Saft durch Vakuumverdampfung Wasser entzogen. Tiefgekühlt kommt das Konzentrat im Verkaufsland an, wo es wiederum mit Wasser rückverdünnt wird. Aromastoffe, die durch den Wasserentzug verloren gegangen sind, werden dann neu hinzugefügt. Sie müssen nicht aus denselben Früchten wie das Konzentrat stammen, jedoch muss der Saft aus Konzentrat am Ende die gleichen analytischen und sensorischen Eigenschaften haben wie ein Direktsaft.

Letzterer ist häufig etwas teurer als Saft aus Konzentrat und steht meistens im Kühlregal. Viele halten ihn für die hochwertigere Variante, doch die Stiftung Warentest kam nach einem Test von Orangensäften im Frühjahr 2014 zu dem überraschenden Schluss, dass sich die Qualität von Direktsäften und Säften aus Konzentrat kaum unterscheidet: Alle acht getesteten Direktsäfte schnitten gut ab, von 18 Säften aus Konzentrat bekamen 14 die Note „gut“, die restlichen „befriedigend“.
Auch beim Apfelsaft scheiden sich oftmals die Geister. Was ist besser? Naturtrüb oder klar? „Generell ist auch klarer Apfelsaft gut“, betont Karlis Briviba. Der Mediziner forscht im Institut für Physiologie und Biochemie der Ernährung des Max-Rubner-Instituts an der Gesundheitswirkung von Äpfeln. „Im trüben Apfelsaft sind unter anderem aber viel mehr Ballaststoffe enthalten als in klaren Säften. Diese unterstützen wiederum die Arbeit des Darms.“ In Studien an Tieren konnten die Forscher vom Max-Rubner-Institut zudem beim Konsum von trübem Apfelsaft positive Effekte in der Prävention von Dickdarmkrebs nachweisen, die bei klarem Apfelsaft weniger ausgeprägt waren.

Schlechte Noten für Multivitaminsäfte

Bei der Beurteilung von Multivitaminsäften im Jahr 2012 fiel das Fazit der Stiftung Warentest hingegen verheerend aus. Nur drei von 22 Säften konnten die Tester empfehlen. Unter anderem bemängelten sie die irreführende Werbung. Auf den Etiketten der Säfte waren teilweise bis zu 14 Früchte abgebildet, doch wie viel von welcher Frucht tatsächlich im Saft steckte, erfuhr der Verbraucher nicht. Zudem bewarben manche Hersteller ihr Getränk als Fruchtsaft, verwendeten in Wahrheit aber Konzentrat. Auch die übertriebene Anreicherung von Vitaminen bewerteten die Experten von der Stiftung Warentest kritisch. „Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung ist der Zusatz von Vitaminen in Säften eher überflüssig“, bestätigt Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Sie plädiert generell dafür, nicht zu häufig zum Saft als Getränk zu greifen. „Frisches Obst hat ein größeres Volumen und wirkt somit auch sättigend.“ Saft enthalte dagegen nicht das identische Spektrum an Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Zudem könne der Zucker- und Säuregehalt im Saft die Zähne angreifen. „Säfte, die ohne Kauen einfach nur geschluckt werden, regen den Zahn schützenden Speichelfluss kaum an. Fruchtsäfte sollten darum Kindern nicht zu häufig angeboten werden, vor allem nicht aus einer Flasche, an der die Kleinen ständig nuckeln.“
Frisch gepresst ist am gesündesten

Manche Früchte eignen sich gar nicht, zu hundertprozentigem Saft verarbeitet zu werden. Johannisbeeren wären dafür beispielsweise zu sauer, Bananen zu dickflüssig. Solche Sorten verarbeiten die Hersteller zu Nektar und mischen sie mit Wasser. Je nach Art muss in einem Nektar mindestens 25 Prozent Frucht enthalten sein, zusätzlich darf der Hersteller nachsüßen. In Fruchtsaftgetränken stecken je nach Obsttyp immerhin noch wenigstens sechs bis 30 Prozent Frucht. Auch hier dürfen Hersteller mit Süße sowie Farb- und Aromastoffen nachhelfen. Bei Weitem am gesündesten ist frisch gepresster Saft. Denn kein industriell hergestellter Saft reicht an das Aroma von frischen Früchten heran. Das heißt aber auch, dass die Frucht vor dem Auspressen noch nicht lange im Supermarktregal oder zu Hause im Obstkorb gelegen haben darf. In diesem Fall könnte sie schon wieder wichtige Nährstoffe verloren haben.

Was ist was?

Direktsaft
Säfte dürfen das Prädikat Direktsaft tragen, wenn tatsächlich nur der originale Saft abgefüllt wurde. Das ursprüngliche Aroma der Früchte bleibt dabei weitestgehend erhalten. Der Begriff Direktsaft hat sich als Qualitätsmerkmal etabliert, um den Verbrauchern deutlich zu machen, dass ein Fruchtsaft „direkt“ aus der Frucht stammt. Grundsätzlich besteht er zu 100 Prozent aus dem Saft frischer Früchte. Dies gilt allerdings auch für Fruchtsäfte, die aus Fruchtsaftkonzentrat hergestellt werden.

Nektar
Manche Früchte würden uns als 100-prozentiger Fruchtsaft nicht schmecken, da sie von Natur aus sehr viel Fruchtsäure oder Fruchtfleisch enthalten. Sie werden erst durch das Mischen mit Wasser und Zucker genussfähig. Das gilt zum Beispiel für schwarze Johannisbeeren, Sauerkirschen, Pfirsiche, Bananen und Maracuja. Solche Getränke werden als Nektar bezeichnet. Ihr Mindestfruchtgehalt schwankt zwischen 25 und 50 Prozent.

Konzentrat
Bei Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat wird dem ursprünglich gewonnenen Fruchtsaft schonend Wasser entzogen und vor der Abfüllung wieder zugesetzt. Dabei werden auch die flüchtigen Aromastoffe abgetrennt. Durch spätere Rückverdünnung des Konzentrats mit besonders aufbereitetem Trinkwasser und Zufügung der getrennt gelagerten Aromastoffe entsteht wieder ein Fruchtsaft mit 100 Prozent Fruchtanteil.

Von Alena Hecker

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