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Deutschland / Weltweit Microsoft stoppt Handys nach acht Wochen
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23:03 01.07.2010
„Kin" konnte die Kunden nicht wirklich begeistern. Quelle: dpa

In den USA werden nur noch Restbestände abverkauft, der für den Herbst angepeilte Marktstart in Europa fällt aus.

Das plötzliche Aus kommt umso überraschender, da in den Geräten mehrere Jahre Arbeit und hohe Investitionen stecken. An der Entwicklung hatte maßgeblich das Team des Start-Ups Danger mitgearbeitet, das Microsoft für rund 500 Millionen Dollar gekauft hatte.

Doch Konzernchef Steve Ballmer hatte zuletzt schon mit mehreren Personalien demonstriert, dass ihm die Geduld mit der Mobilsparte ausgeht. Im Mai mussten zwei Topmanager gehen, die Microsofts Mobilfunk-Strategie maßgeblich mitgeprägt hatten: Unterhaltungschef Robbie Bach und der Chefentwickler J Allard. Dafür kam bereits im April ein neuer Mann in die Zentrale, der auch den jüngsten Richtungswechsel betrieben haben dürfte: Achim Berg, bis zum Frühjahr an der Spitze des Deutschland-Geschäfts, wechselte nach Redmond und ist dort für die Handy-Anwendungen und die Markteinführung des neuen Handy-Betriebssystems Windows Phone 7 verantwortlich. Sein neuer Chef Andy Lees lobte den 46-Jährigen zur Begrüßung für sein „herausragendes Urteilsvermögen“. Offenbar sind beide zu dem Schluss gekommen, dass „Kin“ in die Sackgasse führe.

Microsoft gehört zwar zu den Smartphone-Pionieren und rüstet viele Geräte mit seinem Betriebssystem Windows Mobile aus. Doch das Tempo machten in diesem Geschäft zuletzt andere. Nokia ist mit einem eigenen Betriebssystem immer noch Marktführer bei den High-Tech-Handys, gefolgt vom E-Mail-Spezialisten RIM (BlackBerry). Vor allem aber Google mit seinem Android-Betriebssystem und Apple mit dem iPhone haben Marktmacht gewonnen. Microsoft richtete „Kin One“ und „Kin Two“ vor allem auf jüngere Kunden und die Nutzung von Online-Netzwerken wie Facebook aus. Damit kümmerte sich der Software-Konzern erstmals selbst um die Hardware eines Handys.

Der Erfolg blieb jedoch aus. Übers Wochenende hatte bereits der amerikanische Exklusivpartner Verizon Wireless die Preise für die Geräte gesenkt. Jetzt folgte das offizielle Aus. Man stelle alle weiteren Arbeiten an der Kin-Serie ein, teilte der Konzern mit: „Wir haben die Entscheidung getroffen, uns ganz auf Windows Phone 7 zu konzentrieren.“ Das neue Handy-Betriebssystem soll im Herbst auf den Markt kommen, die Kin-Serie läuft mit einer anderen Software.

Stefan Winter / dpa

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