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Deutschland / Weltweit Lücken im Regal bei Real
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00:20 20.07.2015
Der Werbespruch „Einmal hin. Alles drin.“ gilt im Moment nur eingeschränkt. Quelle: Oliver Berg
Düsseldorf

Mehrere wichtige Markenhersteller wie Dr. Oetker oder Nestlé haben die Belieferung der Metro-Tochter eingestellt. Der Grund für den Lieferstopp: Streit um von Real gewünschte Änderungen an den Lieferkonditionen. Auch bei den Metro-Großmärkten sind einige Artikel derzeit nicht verfügbar, wie eine Unternehmenssprecherin bestätigte.

Erste Lücken im Angebot sind für jeden, der mit offenen Augen durch eine der gut 300 Real-Filialen - davon 33 in Niedersachsen - geht, inzwischen nicht mehr zu übersehen. Real bemüht sich dennoch, die Aufregung zu dämpfen. Es seien schließlich nur elf von 5000 Lieferanten, mit denen zunächst keine Einigung erzielt worden sei. „Daher haben diese Lieferanten leider beschlossen, uns aktuell nicht zu beliefern“, räumte ein Unternehmenssprecher ein.

Ein Alptraum für jedes SB-Warenhaus

Das Problem dabei: Nach Informationen der „Lebensmittel Zeitung“ sind darunter neben Dr. Oetker auch weitere profilierte Marken wie Nestlé (Maggi, Nescafé, Wagner Pizza), Intersnack (Funny-Frisch, Chio) oder Weihenstephan. Der hannoversche Bahlsen-Konzern gehört dem Vernehmen nach nicht zu den Boykotteuren. Commerzbank-Analyst Jürgen Elfers bezeichnete die Situation als „Alptraum“ für jeden SB-Warenhausbetreiber, erwarte der Kunde doch in den Hypermärkten, die mit einer Auswahl von bis zu 80 000 Produkten werben, wirklich alle Einkäufe auf einen Schlag erledigen zu können.

Doch ist der Fall an sich gar nicht so ungewöhnlich. Denn wenn es ums Geld geht, wird im Handel öfter mit harten Bandagen gekämpft. So machte etwa Lidl im Januar 2014 Schlagzeilen, als der Discounter Coca-Cola für gut zwei Monate aus den Regalen schmiss. Die Begründung: „Streit um ein Vermarktungskonzept“. Und auch bei anderen Ketten fehlen immer wieder mal bekannte Marken, wenn sich Hersteller und Händler gerade nicht über die Konditionen einigen können. „Das gehört zum normalen Geschäft“, heißt es in der Branche.

Auffällig ist bei Real allerdings die aktuelle Häufung der Fälle. Auslöser ist die Tatsache, dass Real und die Metro-Großmärkte kürzlich die Verrechnung des Warengeschäfts in Deutschland an den Dienstleister Markant übergeben haben. Die Metro-Töchter wollen damit ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern. Doch einige der Markenhersteller haben das Gefühl, bei der Neuordnung der Lieferbeziehung unangemessen zur Kasse gebeten zu werden und wehren sich.

Doch es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich die Regale bei Real wieder füllen. Ein Oetker-Sprecher gab sich zuversichtlich: „Es wird, wie immer bei derartigen Verhandlungen, über kurz oder lang eine Lösung geben.“

dpa

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