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Deutschland / Weltweit Lokführergewerkschaft kündigt Streikpause an
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15:21 02.04.2011
Die Lokführergewerkschaft GDL hat eine Streikpause angekündigt. Quelle: dpa

Die Lokführergewerkschaft GDL hat für die nächste Woche eine Streikpause angekündigt. Die Gewerkschaft wolle den Arbeitgebern Zeit geben, sich zu sortieren, sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. „Bei weiteren Streiks wird der Schaden für die Unternehmen noch größer, insofern brauchen die Zeit, um sich sortieren, die werden wir ihnen geben.“ Die GDL hatte in der Nacht zu Samstag einen 47-stündigen Streik bei den Bahn-Konkurrenten beendet.

Der GDL-Chef äußerte allerdings zugleich scharfe Kritik an der Arbeitgeberseite - Arbeitgeber versuchten, über Aussperrungen von Lokführern sowie durch „Scheinangebote“, die Streikfront zu brechen. Dies sei eine „Kampfansage, die den Konflikt verschärft und die Auseinandersetzung in eine Härte bringt, die aus meiner Sicht nicht mehr nachvollziehbar ist“.

Die Gewerkschaft werde darauf die entsprechende Antwort geben mit noch intensiveren Arbeitskampfmaßnahmen, falls die Arbeitgeber sich nicht bewegten und es keine verhandlungsfähigen Angebote gebe. „Solange unsere Lokomotivführer so bedrängt werden von der Arbeitgeberseite, solange dieser Konflikt immer länger anhält, umso teurer wird das zum Abschluss gebrachte Ergebnis.“ Mit Blick auf den hohen GDL-Organisationsgrad von 75 Prozent sagte Weselsky: „Ich kann nur davor warnen, dass die Arbeitgeber glauben, wir geben auf.“

Die GDL fordert einen einheitlichen Tarifvertrag für die 26.000 Lokführer in Deutschland im Regional-, Fern- und Güterverkehr - egal, bei welchem Betreiber sie arbeiten. Eine Kernforderung ist eine Angleichung der Einkommen auf dem Niveau der DB plus fünf Prozent Aufschlag.

Den 47-stündigen Streik wertete Weselsky als „vollen Erfolg“. Die GDL sei mit insgesamt 1100 Lokführern im Streik gewesen. Bestreikt wurden die Bahn-Unternehmen Veolia, Abellio, Netinera (bisher: Arriva Deutschland), Benex und Hessische Landesbahn. Ausgenommen von dem Arbeitskampf war der Bahn-Konkurrent Keolis (Eurobahn), mit dem ab dem 11. April verhandelt werden soll. Auch mit der bundeseigenen Deutschen Bahn verhandelt die GDL derzeit, deswegen gab es dort ebenfalls keine Streiks.

Auch nach dem Ende des Streiks mussten sich Reisende am Samstag noch in Geduld üben. So gab es Beeinträchtigungen etwa beim Harz-Elbe-Express, der Mitteldeutschen Regiobahn sowie der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) - alle Töchter des Bahn-Konkurrenten Veolia. Dieser hatte streikwillige Lokführer bis Montagnacht ausgesperrt.

Arbeitgeber dürfen in Tarifkonflikten Arbeitnehmer aussperren. Diese Mitarbeiter erhalten während dieser Zeit kein Gehalt. In der Regel erhalten die Arbeitnehmer in der Zeit der Aussperrung Streikgeld von der Gewerkschaft, die Arbeitgeber schwächen damit also die Streikkasse der Gewerkschaften.

Weselsky kritisierte die Aussperrungen scharf: „Der Arbeitgeber bestreikt sich selbst.“ So habe die Veolia-Gruppe nicht ausreichend Lokführer, um den Verkehr am Wochenende ohne Behinderungen zu gewährleisten. Die GDL versuche derzeit, vor Gericht einstweilige Verfügungen gegen die Aussperrungen zu erwirken.

In den Tarifkonflikt selbst ist trotz der massiven GDL-Streiks bislang kaum Bewegung gekommen. Ein Angebot der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB), übertarifliche monatliche Einkommensverbesserungen zu zahlen, wies Weselsky scharf zurück: „Das betrachte ich als Aprilscherz, und zwar als schlechten.“ Der Arbeitgeber habe nicht der streikenden Gewerkschaft ein Angebot gemacht, sondern dem Betriebsrat. „Das ist deshalb ein schlechter Witz, weil jeder weiß, dass der Betriebsrat keine Betriebsvereinbarungen abschließen kann, die Lohn- und Zeitkomponenten beinhalten.“

dpa

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