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Deutschland / Weltweit Keine Scheu vor großen Zahlen
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00:15 10.02.2015
Von Lars Ruzic
Gibt viel Geld für eine Beteiligung aus: Oliver Samwer von der Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet. Quelle: dpa
Hannover

Man ist gewaltige Summen gewöhnt, wenn es um Zukäufe im Internetgeschäft geht. Große und von Großmannssucht getriebene kalifornische Konzerne zucken kaum mit der Wimper, wenn sie wieder einmal Milliarden für aufstrebende Firmen ausgeben – so wie Facebook, das vor einem Jahr 19 Milliarden Dollar für den Kurznachrichtendienst Whats­app hinblätterte. Oder wie Google, das sich gerade für eine Milliarde Dollar mit 10 Prozent an einem Unternehmen beteiligte, das einmal das Internet ins All bringen will – mit Betonung auf „will“.

In Deutschland muss man solche Internet-Großinvestments mit der Lupe suchen. Wohl weil die Grundsätze des ehrbaren Kaufmanns hierzulande nicht totzukriegen sind. Die stehen eben all zu oft im krassen Widerspruch zu solch risikoreichen Wetten auf die Zukunft. Denn in der Regel machen die Aufgekauften weder Gewinn, noch ist ihr Umsatz auch nur annähernd so hoch wie der Kaufpreis.

Nur die Samwer-Brüder, die wollen es den Machern aus dem Silicon Valley so richtig zeigen (weshalb man sich dort schon reichlich abschätzig über die deutschen Investoren geäußert hat). Und so scheut ihre Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet auch vor großen Zahlen nicht zurück. Erst recht nicht, seit man mit dem eigenen Börsengang zuletzt
1,6 Milliarden Euro eingespielt hat.

Am Freitag war wieder so ein Tag. Da spendierten die Internet-Investoren mal eben eine halbe Milliarde Euro für eine 30-prozentige Beteiligung an einem Unternehmen, das Essensbringdienste vermittelt. Und die Börse jubelte. Die Rocket-Aktie, zuletzt etwas schwächelnd, legte zeitweise um 7 Prozent zu.

Genau 496 Millionen Euro lässt sich die Firma, die von Oliver, Marc und Alexander Samwer kontrolliert wird, einen Anteil von 30 Prozent an der Berliner Plattform Delivery Hero kosten. Die bietet in 24 Ländern – in Deutschland unter dem Namen Lieferheld – die Möglichkeit, Essen in Gaststätten über das Internet zu bestellen und geliefert zu bekommen. Zudem kaufte Rocket neun weitere Lieferdienste in verschiedenen Ländern von Spanien und Italien bis Pakistan, Malaysia und Singapur zusammen. Nach Firmenangaben hat Delivery Hero 90.000 Restaurants als Partner. Die Firma hatte zuletzt 5,8 Millionen Nutzer, die im vergangenen Jahr über das Internet etwa 63 Millionen Bestellungen aufgaben.

Die Rieseninvestition ist das Herzstück einer Großoffensive der Samwers bei Lieferdiensten. Rocket sehe insgesamt einen rund 90 Milliarden Euro großen weltweiten Markt für Essenszustellung, der online noch weitgehend unerschlossen sei, hieß es. Ob diese Vision aber je Realität wird, steht in den Sternen. Denn das Gros der Bringdienstkunden kauft ohnehin beim Lieferanten um die Ecke – und spart sich so auch die Provision für den Onlinevermittler.

Kein anderes Land der Eurozone wird von S&P so schlecht bewertet wie Griechenland. Die Moody’s-Bewertung („Caa1“) ist noch eine Stufe schlechter. Je schlechter die Ratingagenturen die Bonität eines Landes bewerten, umso schwerer kann sich das Land in der Regel frisches Geld am Kapitalmarkt besorgen.

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