Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Deutschland / Weltweit Langer Winter treibt die Heizkosten
Mehr Welt Wirtschaft Deutschland / Weltweit Langer Winter treibt die Heizkosten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:02 07.06.2013
Eine Abwrackprämie für alte Heizungen ist in der politischen Diskussion gescheitert – sparsamere Modelle könnten sich für die Verbraucher trotzdem rechnen. Quelle: dpa
Hannover

Der lange Winter und das kühle Frühjahr gingen den meisten Deutschen nicht nur auf den Nerven, sondern auch an den Geldbeutel. Die Heizperiode verlängerte sich um mehrere Wochen; bis weit in den Mai hinein liefen in vielen Regionen die Heizungen. Und das kostet Geld. Zwei Faktoren bestimmen die Heizkosten: der Energieverbrauch und der Preis für die benutzte Energie. „Für diese Heizperiode müssen rund 11 Prozent mehr Energie aufgewendet werden als im Vorjahr“, hat das Energieportal Verivox durch die Auswertung von Wetterdaten bis Ende März errechnet.

Angesichts des kalten Frühjahrs könnte es auch etwas mehr werden, doch die Daten liegen noch nicht vor. Dabei handelt es sich um einen Durchschnittswert, der für den einzelnen Haushalt auch anders aussehen kann. Das hängt ab von Größe und Isolierung der Wohnung, der Heiztechnik und der Zahl der Bewohner, dem Wetter vor Ort und dem individuellen Heizverhalten. Fest steht jedoch: Bei unveränderten Rahmenbedingungen hat ein Haushalt dieses Jahr deutlich mehr Öl, Gas oder Fernwärme verbraucht.

Die Stadtwerke Hannover hatten den Mehrverbrauch von Fernwärme und Gas Ende März auf 6 bis 7 Prozent taxiert – der Mieterbund erwartete einen Kostenanstieg von 20 Prozent. Neuere Schätzungen seien derzeit nicht verfügbar, sagte ein Stadtwerkesprecher.

Für die Verbraucher gibt es auch einen Lichtblick: Die Preise für Energie haben ihren langen Anstieg erst einmal beendet. So mussten die Verbraucher im vergangenen Jahr für Heizöl mit durchschnittlich 90 Euro je 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern, inklusive Mehrwertsteuer) so viel bezahlen wie noch nie. Seit Jahresbeginn liegt der Preis fast durchgängig unter dieser Marke – und unter den vergleichbaren Vorjahrespreisen. Der gegenwärtige Preis von rund 83 Euro ist im langfristigen Vergleich jedoch immer noch relativ hoch. Im Jahr 2010 kostete Heizöl meistens zwischen 60 und 70 Euro je 100 Liter. Hintergrund sind vor allem niedrigere Ölpreise als im Vorjahr.

Auch die Gaspreisentwicklung hat sich etwas beruhigt, allerdings kann das je nach Anbieter recht unterschiedlich sein. Die Mehrbelastung für den einzelnen Haushalt durch den zusätzlichen Verbrauch in diesem Winter und Frühjahr ist ebenfalls sehr individuell, dürfte aber selbst bei Singles bei mehr als 100 Euro liegen. „Wir rechnen für Mieter mit rund 15 Prozent höheren Heizkosten in dieser Heizperiode“, sagt Siegmund Chychla vom Mieterbund.

Eine echte Entspannung ist nicht in Sicht. Einige Experten rechnen wegen des aktuellen Gas- und Ölbooms in den kommenden Jahren mit einem anhaltenden Preisverfall für fossile Energieträger. Doch ebenso gibt es die kritischen Mahner, die bei den Heizkosten noch erhebliche Preisrisiken in der Zukunft sehen. Der Hamburger Energieexperte Steffen Bukold erwartet bis in den Sommer hinein die Preise auf dem aktuellen Niveau.

Das größte Stromnetz Deutschlands steht zum Verkauf. Doch wer soll die Berliner Leitungen übernehmen? Eine neue Generation Stromrebellen macht etablierte Unternehmen nervös.

07.06.2013

 MAN ist ein Urgestein der deutschen Industrie. Mit der Unterwerfung unter die Konzernmutter VW endet nun die Selbstständigkeit des früheren Dax-Konzerns. Doch nicht alle Aktionäre wollen sich damit abfinden - VW-Patriarch Piëch stellt sich auf Klagen ein.

06.06.2013

Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent. Das beschloss der EZB-Rat nach Angaben der Notenbank am Donnerstag in Frankfurt. Nach der Zinssenkung im Mai und angesichts zuletzt überraschend guter Stimmungsdaten aus vielen Unternehmen der Eurozone hatten Volkswirte weder eine weitere Senkung des Leitzinses noch zusätzliche Stützungsmaßnahmen erwartet.

06.06.2013