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Deutschland / Weltweit Kassen drücken Preis für Sovaldi
Mehr Welt Wirtschaft Deutschland / Weltweit Kassen drücken Preis für Sovaldi
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06:12 13.02.2015
Von Jens Heitmann
Teure Pillen: Statt der geplanten 16.000 Euro soll das Medikament nur noch 14.500 Euro kosten. Quelle: dpa (Symbolbild)
Hannover

Statt bisher netto rund 16.000 Euro pro Packung beträgt der Erstattungsbetrag rückwirkend zum 23. Januar rund 14 500 Euro.  Da die Mehrwertsteuer noch oben draufkommt, kostete eine Pille die Kassen bisher 700 Euro, künftig seien es 616 Euro, hieß es am Donnerstag aus Kassenkreisen. Die Vereinbarung gelte für drei Jahre, teilte der Spitzenverband der Kassen mit. Für 2016 und 2017 habe man eine Preisstaffelung vereinbart, die zu weiteren Einsparungen führe.

In Deutschland leiden etwa 300 000 Menschen an Hepatitis C; bei etwa einem Drittel der Erkrankten wird die chronische Viruserkrankung nach Einschätzung von Experten zu schweren Leberschädigungen führen. Im Sommer vergangenen Jahres hatte der Gemeinsame Bundesausschuss – mit den Stimmen von Ärzten und Kliniken, gegen das Votum der Kassen – Sovaldi eine bessere Wirkung bescheinigt als älteren Medikamenten. Damit durfte Gilead das Präparat hierzulande zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung abrechnen.

Zunächste konnte der US-Konzern den Preis für Sovaldi nach eigenem Gusto festsetzen. Ende vergangenen Jahres hatten die Krankenkassen im Rahmen der gesetzlichen Kosten-Nutzen-Bewertung Preisverhandlungen mit Gilead begonnen. Die erste Runde war Mitte Januar gescheitert, daran schloss sich ein Schiedsverfahren an. Für eine Einigung hätten beide Seiten noch bis Mitte April Zeit gehabt – daher kam der gestrige Kompromiss überraschend.

Doch bei den Krankenkassen hielt sich die Begeisterung in Grenzen. „Die Belastung des Solidarsystem durch Mittel gegen Hepatitis C bleibt bestehen“, sagte ein Sprecher der AOK Niedersachsen. „Die Ausgaben gehen weiter an die Schmerzgrenze.“

Bei einem Behandlungszeitraum von zwölf bis 24 Wochen sollen die Patienten täglich eine Tablette einnehmen. Die Kassen rechneten bisher mit Therapiekosten von durchschnittlich 50.000 bis 115. 000 Euro je Behandlung. Weil Sovaldi mit weiteren Medikamenten kombiniert werden muss, kann eine Therapie jedoch schnell bis zu 200.000 Euro kosten.

Die AOK Niedersachsen hatte die Kosten durch Sovaldi für alle Kassen bisher auf 5 Milliarden Euro im Jahr hochgerechnet – das entspräche rund einem Fünftel der Kosten für alle auf dem Markt befindlichen Arzneimittel. Auch nach der Preissenkung gebe es hier keine Entwarnung, hieß es gestern. Es könnte sogar noch teurer werden, weil bereits neue Wirkstoffe gegen Hepatitis C auf den Markt drängen. „Wir rechnen damit, dass Sovaldi schon im Laufe dieses Jahres an Bedeutung verliert“, sagte ein Kassenvertreter.

Ganz vorn in der Reihe steht erneut der Hersteller Gilead mit seinem Nachfolgepräparat Harvoni. Der Preis für das neue Mittel werde vermutlich noch über dem von Sovaldi liegen, verlautet aus der Branche. Der Konkurrent Abbvie will die Präparate Viekirax und Exviera nun auch in Deutschland einführen. In den USA sind die beiden neuen Wirkstoffe bereits seit Dezember 2014 erhältlich; die Zulassung für die Europäische Union liegt vor.

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