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Deutschland / Weltweit Investor Benko steht vor Karstadt-Übernahme
Mehr Welt Wirtschaft Deutschland / Weltweit Investor Benko steht vor Karstadt-Übernahme
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00:20 16.08.2014
Von Lars Ruzic
In Branchenkreisen hieß es, Berggruen habe Benko eine Option auf die Übernahme des Karstadt-Warenhausgeschäfts eingeräumt. Quelle: dpa
Düsseldorf/Wien

Bei Karstadt könnte die Ära Berggruen nach nur vier Jahren bereits wieder zu Ende gehen. Der einst als Firmenretter gefeierte Investor will das Unternehmen offenbar kurzfristig an seinen österreichischen Geschäftspartner René Benko weitergeben. In Unternehmenskreisen wird vermutet, dass die Vereinbarung rechtzeitig zur in einer Woche stattfindenden Aufsichtsratssitzung unter Dach und Fach gebracht wird.

Benko sagte dem österreichischen Magazin „Format“, er sei vom Karstadt-Eigner „zu Hilfe gerufen worden, um Berggruen als Gesellschafter abzulösen“. Es gebe aber „noch keine endgültige Entscheidung“. Die soll aber kurz bevorstehen. Der 37 Jahre alte Immobilienunternehmer kontrolliert bereits die früheren Karstadt-Luxuskaufhäuser KaDeWe (Berlin), Alsterhaus (Hamburg) und Oberpollinger (München) sowie die 28 Karstadt Sporthäuser. Außerdem sollen ihm rund 20 Karstadt-Immobilien gehören.

Gleichzeitig hat Benko die Option, auch das klassische Warenhausgeschäft von Karstadt für einen Euro zu übernehmen – also denselben Preis, den Nicolas Berggruen 2010 für das insolvente Unternehmen bezahlt hatte. Angeblich soll Benko schon deshalb dazu bereit sein, diese Option zu ziehen, weil ihm als Vermieter eine weitere Insolvenz von Karstadt alles andere als zupass käme. Schon beim Abschluss der Warenkreditversicherung für Karstadt habe er die Haftung über 150 Millionen Euro übernommen, berichtet „Format“. Beide Seiten wollten sich nicht dazu äußern.

Nicolas Berggruen hat im Laufe der Jahre so gut wie kein eigenes Geld in Karstadt investiert. Dafür erwarb er die Rechte an der Marke, für deren Nutzung sein eigenes Unternehmen Berichten zufolge nun jährlich einen zweistelligen Millionenbetrag zahlt. Zuletzt hatte die als Hoffnungsträgerin in die Essener Zentrale geholte Firmenchefin Eva-Lotta Sjöstedt nach nur 133 Tagen im Amt entnervt den Bettel hingeworfen.

Karstadt kommt heute noch auf 83 Häuser und 17.000 Mitarbeiter. In Niedersachsen betreibt das Unternehmen noch Filialen in Hannover, Celle, Braunschweig, Göttingen, Goslar und Lüneburg. Das große Haus in Hannover hat mehr als 200 Beschäftigte. Neben Benko selbst ist das Highstreet-Konsortium unter Führung von Goldman Sachs der größte Karstadt-Vermieter. Der Bankenverbund hatte Karstadt einst alle Immobilien abgekauft und sie dann an den Handelskonzern vermietet. Die Mieten soll Berggruen bei der Übernahme um 400 Millionen Euro gedrückt haben.

Wohl auch deshalb haben die Banker die Lust an dem Geschäft verloren, 30 von 60 Immobilien sollen sie schon wieder verkauft haben. Darunter ist nach HAZ-Informationen auch das Haus in Hannover. Es soll an den Braunschweiger Multimillionär Friedrich Knapp gegangen sein, den Gründer der Modekette „New Yorker“.

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