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Deutschland / Weltweit IG Bau kämpft für Putzkräfte
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17:45 15.08.2014
Reinigungskräften mache auch zu schaffen, dass die Leistungsanforderungen ständig nach oben geschraubt würden. Quelle: dpa (Symbolbild)
Frankfurt

Viele Beschäftigte seien nur für die Reinigung eines bestimmten Gebäudes befristet angestellt, sagte der IG-BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger. „Die Arbeitnehmer tragen das volle Risiko, ob ihr Unternehmen den Vertrag für das Objekt verlängert bekommt oder nicht.“ Dies müsse gesetzlich verboten werden. Auch Scheinselbstständigkeit auf Baustellen ist Feiger zufolge noch weit verbreitet.

Eine Online-Mitgliederbefragung der Gewerkschaft mit 3500 Teilnehmern habe ergeben, dass befristete Arbeitsverträge ein grundlegendes Problem seien. Reinigungskräften mache auch zu schaffen, dass die Leistungsanforderungen ständig nach oben geschraubt würden, erklärte Feiger. Von der Gewerkschaft durchgesetzte Lohnerhöhungen würden von den Betrieben umgehend mit weiterer Arbeitsverdichtung beantwortet. Hier fehlten bundesweit einheitliche und verbindliche Ausschreibungsregeln. Die bisherigen Tariftreue- und Vergabegesetze in den Ländern seien nur ein Flickenteppich.

Scheinselbstständigkeit am Bau ist laut Feiger ein gravierendes Problem, wenn weiterhin einzelne Arbeiter einfach ein Gewerbe anmelden könnten, um sich in den Dienst von Subunternehmern zu stellen, die mit diesem Trick den tariflichen Mindestlohn und Sozialabgaben unterlaufen. Die „im großen Stil organisierte Schwarzarbeit unter dem Deckmantel der Selbstständigkeit“ müsse wirksam unterbunden werden. „Bislang muss man davon ausgehen, dass keine große Baustelle sauber ist.“ Die jüngst verschärften Vorschriften zur Gewerbeanmeldung seien ein Schritt in die richtige Richtung, lobte Feiger. Es sei aber noch zu früh, um die Auswirkungen zu bewerten.

Viele Beschäftigte in der Bauwirtschaft seien sich nicht sicher, ob sie in die für sie geltende Tarifgruppe eingeordnet seien und entsprechend bezahlt würden. „In dieser Frage müssen die Arbeitnehmer ein Stück mutiger werden, wobei wir sie natürlich unterstützen.“ Zum Teil handele es sich auch um ein psychologisches Problem, weil die meisten den seit zwei Jahren anhaltenden Aufschwung des Baugewerbes noch nicht verinnerlicht hätten. „Viele haben noch die 15 Jahre Dauerkrise im Kopf.“ Dabei sei von weiteren guten Jahren auszugehen und daher auch der richtige Zeitpunkt, seine Rechte durchzusetzen.

Christian Ebner

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