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Deutschland / Weltweit Strompreis wird auf private Haushalte abgewälzt
Mehr Welt Wirtschaft Deutschland / Weltweit Strompreis wird auf private Haushalte abgewälzt
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07:07 12.09.2014
Seit 2008 hat sich der Strompreis deutlich erhöht. Quelle: dpa (Symbolbild)
Hannover

Die ungleiche Entwicklung wird seit Längerem vermutet, jetzt ist sie mit Zahlen belegt. Wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervorgeht, legte seit 2008 der durchschnittliche Preis für eine Kilowattstunde Strom von 21,4 Cent auf über

29 Cent zu. Für die energieintensive Industrie sind die Preise bis 2014 hingegen um ein Prozent gefallen. Für die übrige Industrie erhöhte sich der Preis je nach Verbrauch um 13 bis 15 Prozent – also auch deutlich weniger als für die privaten Haushalte.

Die Energieversorger konnten seit 2008 wegen des Zuwachses an Solar- und Windstrom von deutlich gesunkenen Einkaufspreisen für Strom profitieren. Dieser Vorteil wird jedoch oft nur unzureichend an die Stromkunden weitergegeben. Vielmehr werden die Kunden durch die Ökostromförderung, Industrierabatte und gestiegenen Netzkosten im Zuge der Energiewende stark belastet.

Regional gibt es nach Berechnungen des Portals Verivox Unterschiede. Bei einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden zahlt ein Haushalt in Brandenburg mit im Schnitt 1189 Euro derzeit am meisten (2008: 911 Euro). Am günstigsten ist es in Bremen mit 1105 Euro (2008: 842 Euro).

Bei den Stadtwerken Hannover ist der Strompreis für einen durchschnittlichen Haushalt in dem Zeitraum sogar um 42,7 Prozent gestiegen. Vor 2008 hätten die Tarife jedoch unter dem Branchenschnitt gelegen, erklärte ein Unternehmenssprecher: „Wir sind also von einem niedrigeren Niveau gestartet.“

Man könne den Verbrauchern nur raten, stärker die Preise der unterschiedlichen Anbieter zu vergleichen, empfahl die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn. Es könne nicht sein, dass bei den privaten Haushalten nur die preissteigernden Faktoren ankommen. Mit einem Anbieterwechsel lasse sich oft viel Geld sparen.

Die Linken-Politikerin Caren Lay betonte: „Die Bundesregierung darf nicht weiter die Industrie privilegieren und Verbraucherinnen und Verbrauchern immer höhere Stromrechnungen zumuten.“ Der rasante Preisanstieg beim Haushaltsstrom zeige: Für die Konzerne und nicht für private Stromkunden werde die Energiepolitik betrieben. Lay forderte von Union und SPD eine Senkung der Stromsteuer.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) erklärte, der starke Anstieg der staatlich verordneten Steuern, Abgaben und Umlagen in den vergangenen Jahren sei der Grund für die Erhöhung der Strompreise für Haushaltskunden. „Hinzu kommen die gestiegenen Kosten für den Netzausbau, der mit dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien notwendig ist“, sagte ein Sprecher des BDEW in Berlin.

Jens Heitmann und Georg Ismar

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