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22:12 05.08.2014
Nach Angaben des Spitzenverbandes der Krankenkassen bekommt eine freiberufliche Hebamme für eine Hausgeburt künftig einen Haftpflichtzuschlag von 132 Euro. Quelle: dpa
Berlin

Nach monatelangem Tauziehen haben sich die Hebammen mit den Krankenkassen auf einen finanziellen Ausgleich für ihre gestiegenen Haftpflichtprämien geeinigt. Der Deutsche Hebammenverband (DHV) teilte am Dienstag mit, dass er das Angebot der Krankenkassen angenommen habe.

Wegen massiv gestiegener Beitragssätze bei der Haftpflichtversicherung hatten die rund 3000 freiberuflichen Hebammen in Deutschland zuletzt um ihre Existenz gebangt. Die Verhandlungen mit den Kassen über Ausgleichszahlungen waren im Mai allerdings gescheitert. Rund zweieinhalb Monate später teilte der Hebammenverband jetzt mit: „Nach eingehender Prüfung sieht der DHV keine Alternative.“

Immerhin gebe es im Vergleich zum ursprünglichen Angebot des GKV-Spitzenverbands einen Zuschlag auf die Gesamtvergütung sowie Verbesserungen für die sogenannten Beleghebammen, die in Kliniken und Geburtshäusern zum Einsatz kommen. Nach Angaben der Krankenkassen bekommen die Hebammen vom 1. Juli an in Summe 2,6 Millionen Euro mehr – dem Vernehmen nach sollen sie ursprünglich ein Plus von
4 Millionen Euro gefordert haben.

Monatelang schlugen die Hebammen Alarm, weil sich die Haftpflichttarife für die Geburtshilfe in den vergangenen Jahren vervielfacht hatten. Das hängt vor allem damit zusammen, dass auch die Therapiekosten deutlich gestiegen sind, wenn ein Kind durch einen Fehler der Hebamme bei der Geburt geschädigt wird. Während angestellte Hebammen über ihren Arbeitgeber abgesichert sind, müssen Freiberuflerinnen das Risiko selber versichern.

Das wurde in den vergangenen Jahren auch deshalb immer teurer, weil kaum noch eine Versicherung entsprechende Angebote für Hebammen bereitstellen wollte. Nach Angaben des Spitzenverbandes der Krankenkassen bekommt eine freiberufliche Hebamme für eine Hausgeburt künftig einen Haftpflichtzuschlag von 132 Euro.

Axel Hofmann

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