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Deutschland / Weltweit Hannovers Industrie ist in Sorge
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22:18 16.08.2015
Von Lars Ruzic
Der Autozulieferer Bergmann in Barsinghausen hat derzeit gut zu tun. Doch insgesamt sorgt sich die Industrie im Großraum Hannover um ihre ausländischen Absatzmärkte. Quelle: dpa
Hannover

In der Region gibt die Industrie damit die „Spaßbremse“ – denn sowohl die von der Binnennachfrage abhängigen Branchen als auch der Arbeitsmarkt florieren. Die Zahl der offenen Stellen lag im zweiten Quartal 20 Prozent über der des Vorjahreszeitraums.

Von den Kennzahlen des aktuellen HAZ-Hannover-Trends, der gemeinsam mit Arbeitsagentur, Creditreform und IHK entsteht, zeigt derzeit allerdings nur der Arbeitsmarkt eine Besserung. Das Konjunkturklima hat sich leicht eingetrübt, die Kapitalausstattung der mehr als 40 000 Firmen in der Region will sich nicht bessern. Gleichzeitig verzeichneten die Amtsgerichte etwas mehr Unternehmenspleiten und deutlich weniger Firmengründungen. Das habe teils zwar statistische Gründe wegen der vergleichsweise wenigen Arbeitstage im zweiten Quartal, sagt Creditreform-Chef Holger Bissel. Aber die Zahlen seien auch „ein Spiegelbild der unklaren Gemengelage zwischen weiterhin funktionierender Konjunktur und fortwährenden Unsicherheitsfaktoren“.

Die Unsicherheit lässt die Firmen traditionell ihr Geld beisammenhalten. „Die Investitionsabsichten in der regionalen Wirtschaft steigen nur langsam“, berichtet Schrage. Sie ist schon seit Längerem auf niedrigem Niveau, was der IHK-Hauptgeschäftsführer auch auf die politischen Rahmenbedingungen zurückführt. „Eine Flut von Verordnungen und Kontrollen“ – etwa durch den Mindestlohn – drückten die Investitionslust, aber auch die zuletzt kräftig gestiegenen Löhne und ein zunehmender Fachkräftemangel.

Von den Lohnsteigerungen hat zumindest der Einzelhandel zuletzt profitieren können – vor allem Möbel- und Autohäuser. Im hannoverschen Handel hat sich die Stimmung deshalb sogar nochmals verbessert. Auch die von regionalen Kunden abhängige Bauwirtschaft kann nicht klagen. Die Auftragseingänge sind erneut gestiegen.

In der Industrie dagegen haben viele Firmen von Wachstum auf Stagnation umgeschaltet. Rechneten zu Jahresbeginn noch 40 Prozent der Firmen mit besseren Geschäften, sind es jetzt nur noch 23 Prozent. Das liege vor allem an der großen Unsicherheit mit Blick auf die Exportmärkte, so Schrage.

Die Dienstleistungsbranche spürt die Zurückhaltung bereits in ihren Auftragsbüchern. Vor allem die unternehmensnahen Dienstleister haben offenbar zu kämpfen. Jeder Vierte von ihnen rechnet mit schlechteren Geschäften. Vor drei Monaten war es nur jeder Sechste. Drastisch sind auch die Veränderungen beim Personal. Noch im ersten Quartal wollte nur jeder zehnte unternehmensnahe Dienstleister – zu denen auch Zeitarbeitsfirmen zählen – Stellen abbauen. Inzwischen ist es nahezu jeder dritte.

Die Rekordhitze wird mancherorts zum Stresstest für die Stromnetze: In Polen drohen zeitweise die Lichter auszugehen, in Nordostdeutschland werden Kraftwerke zurückgefahren, weil viel Sonnenstrom ins Netz drückt. Die Probleme bei der Energiewende gehen mal wieder richtig ins Geld.

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