Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Deutschland / Weltweit Griechenland denkt über Restrukturierung der Schulden nach
Mehr Welt Wirtschaft Deutschland / Weltweit Griechenland denkt über Restrukturierung der Schulden nach
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:57 17.04.2011
Quelle: dpa (Symbolbild)

Unter Berufung auf Informationen aus der EU-Kommission schreibt das Blatt, Finanzminister Giorgos Papakonstantinou habe bereits im Februar mit Vertretern der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB) längere Laufzeiten für Griechenlands Staatsschulden diskutiert.

Eine Restrukturierung könnte so aussehen, dass die Gläubiger Griechenlands – also Banken, Versicherungen und andere private Anleger – ihre Anleihen auf freiwilliger Basis gegen neue Papiere mit längeren Laufzeiten tauschen. Einer Streckung der Tilgung haben die Eurostaaten und der Internationale Währungsfonds (IWF) bereits für die 110-Milliarden-Hilfskredite, die vor einem Jahr gewährt wurden, zugestimmt. Griechenland wünsche nun eine ähnliche Regelung für die gesamten Staatsschulden von rund 340 Milliarden Euro.

Papakonstantinou dementierte derartige Absichten am Wochenende jedoch erneut. Eine Umschuldung komme nicht in Frage, sagte der Minister in Washington, wo er an der Frühjahrstagung des IWF teilnimmt. Die Regierung sei dabei, ihr Konsolidierungs- und Reformprogramm umzusetzen, um 2012 mit neuen Bond-Emissionen an den Kapitalmarkt zurückzukehren.

Daran gibt es aber in Finanzkreisen angesichts der weiterhin extrem hohen Risikozuschläge für griechische Staatsanleihen und der miserablen Kreditwürdigkeit des Landes erhebliche Zweifel. Eine weitere Sorge ist, dass die bereits zugesagten Rettungskredite von 110 Milliarden Euro nicht ausreichen könnten. Trotz drakonischer Sparmaßnahmen lag bereits 2010 das griechische Haushaltsdefizit bei 10,5 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt. Die Regierung hatte in ihrem Konsolidierungsprogramm ursprünglich eine Defizitquote von 8,1 Prozent angestrebt.

Angesichts der nach wie vor schwierigen Haushaltslage in Athen gebe es in Ländern wie Deutschland und Holland nun eine Bereitschaft, über eine Restrukturierung der griechischen Schulden nachzudenken, um so weitere Rettungskredite für das schwer angeschlagene Land zu vermeiden, schreibt die Zeitung „Kathimerini“.

Im Licht dieses Berichts bekommen auch Äußerungen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble von der vergangenen Woche neues Gewicht. Gäbe es Zweifel an der Fähigkeit Griechenlands, seine Schulden zu bedienen, müsse man „etwas unternehmen“, hatte er erklärt. Eine Umschuldung gehe allerdings nur auf freiwilliger Basis. In Washington dementierte der Minister jetzt jedoch einen Bericht der „Financial Times“, wonach man in Berlin an Plänen für eine „marktfreundliche“ Umschuldung Griechenlands arbeite.

Doch die Gerüchte halten sich hartnäckig. Für eine Restrukturierung der griechischen Schulden sprach sich am Wochenende auch der frühere sozialistische Ministerpräsident Kostas Simitis aus.

Gerd Höhler

Energie aus Wind und Wasser ist nach einer Studie im Auftrag der Umweltorganisation Greenpeace schon heute billiger als Kohle- und Atomstrom. Würden alle Kosten und die staatliche Förderung eingerechnet, so koste Atomstrom doppelt so viel wie Wasserkraft und zwei Drittel mehr als Windenergie.

17.04.2011

Die Spekulationen über deutsche Pläne für eine Umschuldung Griechenlands reißen nicht ab. Im Gespräch ist eine „marktfreundliche“ Lösung. Investoren könnten freiwillig mitziehen. Finanzminister Schäuble schickt ein Dementi nach dem anderen.

16.04.2011

Erst seit Samstagnacht fahren die Privatbahnen wieder - und schon droht der nächste Streik: Die Lokführergewerkschaft hat angedroht, ab der kommenden Woche häufiger und länger zu streiken als bisher. Ein unbefristeter Streik ist zunächst allerdings ausgeschlossen.

16.04.2011