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Deutschland / Weltweit Germanwings-Flüge wegen Streiks gestrichen
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15:59 28.08.2014
Werden am Freitag wohl am Boden bleiben: Flugzeuge von Germanwings. Quelle: dpa
Hannover

Die Verhandlungen mit den Lufthansa-Piloten sind nach Angaben des Unternehmens vom Donnerstag gescheitert. Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens sagte: "Wir sind sehr enttäuscht, dass wir den Streik nicht abwenden können. Es entsteht der Eindruck, dass für die VC [Vereinigung Cockpit, die Redaktion] der Streik bereits beschlossene Sache war". Lufthansa und Germanwings würden sich nun vor allem darauf konzentrieren, die Auswirkungen eines Streiks zu begrenzen.

Das Unternehmen Germanwings teilte am Nachmittag mit, dass am Freitag ein Ersatzflugplan zum Tragen komme. Um ihren Fluggästen Planungssicherheit zu geben, hat die deutsche Airline einen Ersatzflugplan erstellt, der morgen während der Streikphase gilt – egal, ob der Streik überhaupt stattfindet oder sogar noch abgesagt wird. 116 von 164 Flüge wurden vorsichtshalber am Freitag zwischen 6 und 12 Uhr gestrichen.

Etwa 15 000 Passagiere können ihren Flug nicht antreten. Betroffen sind vor allem innerdeutsche Flüge. Diese Fluggäste haben die Möglichkeit, auf die Bahn auszuweichen.

In Hannover fallen zwei Flugverbindungen aus: Der Flug 4U3010 um 6.50 Uhr nach Stuttgart und der Flug 4U3374 um 7 Uhr nach London. Verspätungen gibt es bei den Flügen 4U3882 um 9.50 Uhr nach Rom (190 Minuten), 4U3522 um 11 Uhr nach Barcelona (120 Minuten) und der Flug 4U3592 um 11.50 Uhr nach Mallorca (70 Minuten) (Alle Angaben: Stand 14 Uhr).

Alle Fluggäste werden gebeten, auf www.germanwings.com den aktuellen Status ihres Fluges zu prüfen. Dort werden regelmäßig die neuesten Informationen veröffentlicht. Sollte ihr Flug gestrichen werden, können Fluggäste auf www.germanwings.com oder im Callcenter ihren Flug kostenlos stornieren oder umbuchen.

Beim Flughafen Hannover hatte man sich schon vor Zuspitzung des Arbeitskampfes gelassen gezeigt. „Wir sind kein klassischer Umsteige-Flughafen, und die meisten Passagiere informieren sich rechtzeitig vorher“, sagte Malisa Schmidt, die Sprecherin des Flughafens Hannover. Pro Tag gibt es dort im Schnitt 150 Starts und Landungen - 30 davon entfallen auf die Lufthansa, weitere 20 auf deren Tochter Germanwings.

Insgesamt fliegen 51 Airlines von Hannover aus 85 Flugziele in mehr als 25 Ländern an.

Das müssen Sie zum Steik wissen

Welche Fluglinien sind betroffen?
Nur die Lufthansa-Piloten überlegen, die Arbeit niederzulegen. Betroffen wäre auch das Tochterunternehmen der Lufthansa, German Wings. Für den Flughafen Hannover bedeutet dies, dass immerhin rund 50 von 140 Starts und Landungen pro Tag entfallen könnten.

Wie erfährt man davon, dass gestreikt wird?
Sowohl der Flughafen Hannover als auch Lufthansa und German Wings versprechen, auf ihren Websites so schnell wie möglich auf drohende Streiks hinzuweisen. „Auch geben wir Nachricht über E-Mails und SMS, soweit uns die Kundendaten vorliegen“, sagt eine German-Wings-Sprecherin. Reiseveranstalter wie die TUI wollen ihre Kunden ebenfalls rasch in Kenntnis setzen. Meist wird ein Streik zwei bis drei Tage zuvor angekündigt. Auch die HAZ wird rechtzeitig informieren.

Wie können Kunden ihren Reisepreis erstattet bekommen?
Grundsätzlich gilt: Bei streik- und wetterbedingten Flugstreichungen wird der Ticketpreis komplett oder anteilig erstattet. Das geschieht aber nicht automatisch. Der Antrag auf Erstattung muss dort gestellt werden, wo der Flugschein gekauft wurde, etwa beim Reisebüro oder dem Ticketschalter der jeweiligen Fluglinie. Im Vorteil sind diejenigen, die ihren Flug über ein Reisebüro gebucht haben. Hier muss man sich nicht in eine Schlange einreihen, die Mitarbeiter führen die Verhandlungen mit der Fluggesellschaft.

Wie sieht es mit Umbuchungen aus?
Die meisten Lufthansa- und German-Wings-Flüge ab Hannover steuern ein Ziel in Deutschland an. Daher stattet die Airline ihre Kunden häufig mit Bahntickets als Ersatz aus. Schwieriger wird es bei den Auslandsflügen. German Wings fliegt von Hannover nach London, Istanbul, Wien und Thessaloniki. Hier müssen Reisende auf Umbuchungen hoffen.

Sollte man dann lieber gleich den Flug stornieren?
Ein Storno ist nur solchen Reisenden zu empfehlen, deren Zeitplan eng gesteckt ist. Wenn also bereits ein Mietwagen am Zielflughafen bereitsteht, ein Hotel gebucht oder Anschlussflüge reserviert sind. Denn bei einem Flugausfall wegen Streiks bekommen Reisende solche Folgekosten nicht erstattet. Ein Recht auf Umbuchung oder Stornierung allein aufgrund der Streikandrohung gibt es nicht.

Sind auch Pauschalreisende betroffen?
Nur mittelbar. Ein Veranstalter wie die TUI chartert Flüge, die die Urlauber dann an ihren Zielort bringen. Doch kann es durch den Streik zu Problemen bei den Zulieferflügen kommen. „Wir bieten unseren Kunden an, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen, etwa die Bahn“, sagt TUI-Sprecherin Anja Braun.

Und wenn Reisende der Streik im Ausland überrascht?
Auch in der Türkei oder in Griechenland gilt: Ein Blick auf die Websites von German Wings oder Lufthansa hilft weiter. Reiseveranstalter geben neueste Streiknachrichten über ihre Reiseleiter vor Ort weiter. Und dann beginnt erneut die Suche nach alternativen Verbindungen.

... und was macht die Bahn?
Beim Schienenkonzern gibt es zwar auch Konflikte, aber bisher noch gar keine Streikandrohung seitens der Gewerkschaften. Arbeitnehmervertreter haben gestern erklärt, auf jeden Fall werde nicht bei Bahn und Lufthansa gleichzeitig gestreikt. Sollte es bei der Bahn zu einem Streik kommen, wären in Hannover Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr betroffen, allerdings nicht die Privatbahnen wie Metronom oder Erixx. Bei früheren Arbeitsniederlegungen hat die Deutsche Bahn Notfahrpläne erstellt und mit deren Hilfe frühzeitig via Internet und Kundentelefon bekannt gegeben, welche Züge ausfallen und welche nicht.

hs/asl

dpa/zys

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