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Deutschland / Weltweit Fußball wird zum guten Geschäft
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08:36 21.08.2014
Von Jens Heitmann
Die Einnahmen speisen sich aus drei Quellen. An erster Stelle rangieren die Medienrechte. Quelle: dpa
Hannover

Zu Beginn der neuen Bundesligasaison stehen viele Vereine besser da denn je. Derzeit arbeiten 65 Prozent der Klubs in der 1. und 2. Liga mit Gewinn – vor einem Jahr betrug dieser Anteil nur 39 Prozent.

Auch der Ausblick fällt überwiegend optimistisch aus: 74 Prozent der Klubs rechnen mit einer weiteren Verbesserung ihrer Wirtschaftslage, in der obersten Klasse sind es sogar 83 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young, die gestern veröffentlicht wurde.

Zurückhaltender beurteilen indes die Drittligisten ihre Situation: Nur 44 Prozent der Klubmanager rechnen mit einer Verbesserung. In der dritthöchsten Spielklasse erwirtschaften nur 19 Prozent der Vereine derzeit Gewinne, weitere 19 Prozent schreiben rote Zahlen. Besserung scheint aber in Sicht, denn laut Umfrage sollen die Einnahmen der Drittligavereine in der kommenden Saison um durchschnittlich 3,2 Prozent steigen – bei einem erwarteten Ausgabenanstieg von nur 2,2 Prozent.

WM könnte für weiteren Schub sorgen

Ernst & Young hat erstmals auch die  Finanzierungsstrukturen der Klubs unter die Lupe genommen. Laut Umfrage rechnet in allen drei Spielklassen eine Mehrheit der Klubmanager damit, dass Fremdkapital in Zukunft eine größere Rolle spielen wird. Die Klubs zeigen sich auch gegenüber Finanzinvestoren offen: In der Bundesliga erwarten 44 Prozent der Befragten, dass die von den Fans gefürchteten „Heuschrecken“ an Einfluss gewinnen werden. Ob das dem Fußball gut tut, ist umstritten – 28 Prozent der Befragten halten solche Geldgeber für erforderlich, ebenfalls 28 Prozent finden sie eher schädlich.

Aber auch ohne Geld von außen bessert sich die wirtschaftliche Lage für viele Klubs. Sowohl in der 1. als auch in der 2. Liga rechnet die Mehrheit der Vereine mit steigenden Einnahmen: Im Fußballoberhaus erhoffen sich zwei von drei Klubs höhere Umsätze, lediglich 11 Prozent befürchten einen Rückgang; im Unterhaus setzen 59 Prozent der Klubs auf ein Plus, nur knapp ein Drittel kalkuliert mit rückläufigen Erlösen.

Die Einnahmen speisen sich aus drei Quellen. An erster Stelle rangieren die Medienrechte; Geld aus der Werbung und der Verkauf von Eintrittskarten steht für die Bundesligaklubs erst an zweiter und dritter Stelle. Knapp zwei Drittel der Manager aus 1. und 2. Liga rechnen mit einem weiteren Anstieg der Einnahmen. Für die Übertragungsrechte beider Ligen zahlen die Fernsehsender in der kommenden Saison noch einmal rund 57 Millionen Euro mehr – damit wird insgesamt ein Betrag von knapp 710 Millionen Euro in die Kassen der Fußballklubs fließen.

Zuwächse erhoffen sich die Verantwortlichen auch aus den Bereichen Sponsoring und Merchandising. Fast jeder zweite der Befragten rechnet hier mit Zuwächsen. Aus dem Spielbetrieb selbst lässt sich hingegen kaum mehr erlösen, Gleiches gilt für Einnahmen aus Spielertransfers: Hier erwartet nur etwa jeder vierte Manager Zuwächse. Der Erfolg bei der Fußball-WM könnte hingegen für einen weiteren Schub sorgen, heißt es bei Ernst & Young.

Kommentar: Weg vom Mäzen, hin zum Erfolg

Das Präsidentenamt bei Fußballklubs war lange eine Leidenschaft für Mäzenaten: Wer Geld mitbrachte, war bei den Fans beliebt und durfte nach eigenem Gusto Spieler verpflichten und Trainer entlassen. Dass sich der wirtschaftliche Erfolg solcher Potentaten in eher engen Grenzen hielt, war den Mitgliedern herzlich egal – entscheidend war auf dem Platz. Erst wenn es auch sportlich nicht lief, begannen die Pfeifkonzerte.

Inzwischen übernehmen auch in den Vorständen mehr und mehr die Profis das Geschäft – oder besser: sie machen eines daraus. Dass bei vielen Klubs heute die Einnahmen stärker zulegen als die Ausgaben, liegt natürlich auch an den stetig steigenden Summen, die der Bezahlsender Sky an die Deutsche Fußball-Liga überweist. Es spricht allerdings für die Seriosität der heutigen Managergeneration, dass sie das viele Geld nicht gleich eins zu eins in teure Transfers oder überhöhte Spielergehälter investiert.

Auf diesen Weg hat die Klubs aber nicht nur die eigene Vernunft geführt – Investoren von außen mussten nachhelfen. Ohne die Finanzkraft dieser kühlen Rechner lässt sich jedoch weder in der Liga noch auf der europäischen Bühne etwas gewinnen. Diese Erkenntnis hat den Wandel im Profi-Fußball beschleunigt; es war nicht zu seinem Schaden. Jens Heitmann

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