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Deutschland / Weltweit Die Berliner Lust
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11:56 01.08.2014
Berlin lockt. Auch Firmen.  Quelle: Maurizio Gambarini
Berlin

Service? In Berlin? Wer gerade mal wieder mit einem der schon legendären missgelaunten Busfahrer oder einer störrischen Verkäuferin zu tun hatte, mag daran immer noch zweifeln. Tatsächlich werden Begegnungen mit freundlichem Personal an der Spree aber immer wahrscheinlicher: Unternehmen wählen die deutsche Hauptstadt inzwischen gern, wenn es darum geht, eine Dienstleistungszentrale einzurichten. Dort erledigen Mitarbeiter Aufgaben für verschiedene Abteilungen oder Tochtergesellschaften einer Unternehmensgruppe.

Der Energiekonzern e.on hat im vergangenen Jahr eine Tochter für das Personalwesen mit knapp 300 Mitarbeitern in Berlin angesiedelt. Die Deutsche Bank unterhält im Stadtteil Charlottenburg ein internationales Zentrum für Risikomanagement. Auch Coca-Cola, Daimler, die Deutsche Bahn, Lufthansa und der japanische Computerkonzern Fujitsu haben Servicestützpunkte etabliert. Im Oktober wird der Spezialist für automatisierten Briefversand, Francotyp-Postalia, seine Zentrale samt Produktentwicklung vom brandenburgischen Birkenwerder nach Berlin zurückverlegen.

„Da sieht man, dass diese Atmosphäre in Berlin durchaus auch für große Unternehmen interessant ist und sich einige Pflänzchen entwickeln“, sagt die Branchenkoordinatorin Silke Richter von der Industrie- und Handelskammer. Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer sieht Berlin bereits „auf dem besten Weg zu einer europäischen Servicemetropole“.

Die Hauptstadt profitiere von ihren Forschungseinrichtungen, den Absolventen der 44 Universitäten und Hochschulen und von den günstigen Büro- und Gewerbeflächen, sagt Yzer. „Fach- und Führungskräfte strömen aus aller Welt nach Berlin.“ Und Dienstleister suchten gerade mehrsprachige Mitarbeiter.

Die Unternehmen nutzen dabei aus, dass Berlin auch für Fach- und Führungskräfte aus dem Ausland als attraktive Stadt gilt, mit einer Fülle an Kultur- und Freizeitangeboten, zudem sind die Mieten im Vergleich zu Städten wie München oder Frankfurt noch erträglich.

Darin zeigt sich aber auch die andere Seite der Medaille: Die Konzerne gründen Servicetöchter nicht zuletzt deshalb, um Kosten zu senken. In Berlin mit einer immer noch hohen Arbeitslosenquote von 11 Prozent fänden sie genügend qualifizierte Mitarbeiter, die für weniger Geld eine Stelle annehmen, sagt Mechthild Kopel, Geschäftsführerin der Beratungsfirma Wertarbeit.

Für das Servicezentrum von BASF etwa, das in einem denkmalgeschützten Turm am Spreeufer residiert, gilt ein Haustarifvertrag mit bis zu 25 Prozent niedrigeren Gehältern im Vergleich zum Konzernniveau.

Bernd Röder

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