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Deutschland / Weltweit Eisdielen heben stetig ihre Preise an
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10:56 20.07.2010
Jedes Jahr ein paar Cent teurer: Die Kugel Eis kostet inzwischen bis zu 1,50 Euro. Quelle: ap

Für die Eisdielen war es eine Steilvorlage zum Saisonbeginn: Als im Mai Discounter und Supermärkte still und leise ihre Milchpreise um knapp vier Prozent anhoben, klebten die Eisverkäufer sofort neue Schildchen an die Vitrinen. Eine Kugel Stracciatella, Haselnuss und Pistazie kostet in Hannovers Lister Meile nunmehr 90 Cent – ein Aufschlag von gleich zwölf Prozent. Die Kunden kümmert es kaum, Stühle und Tische sind eng besetzt.

Zu D-Mark-Zeiten kostete eine Kugel noch 50 Pfennig und später lange 50 Cent. Inzwischen haben sich Familien mit Kindern beim Abstecher in die Eisdiele daran gewöhnt, gleich einen Geldschein aus dem Portemonnaie zu holen. Doch wie viel ist eine Kugel Eis eigentlich wert? Diese Frage stelle sich ein Eiskäufer eigentlich nie, meint der Münchener Wirtschaftspsychologe Florian Bauer. Statt auch in sommerlicher Hitze kühl abzuwägen, suche der Kunde unbewusst nach Vergleichen, um abzuschätzen, ob er für Vanille, Schokolade und Erdbeere teils bis zu einem Euro über die Theke reichen sollte. „Was kostet heute ein Espresso oder ein Cappuccino? Über solche Denkmuster rechnet er sich den Eispreis plausibel“, erklärt Bauer.

Eine feste „Schmerzgrenze“ gibt es nach seiner Einschätzung nicht. Wer es heute für unvorstellbar halte, bereitwillig sogar 2 Euro für eine Kugel Eis zu bezahlen, sei im Irrtum. „Noch vor ein paar Jahren haben die Leute gesagt, dass sie kein Benzin für 1,50 D-Mark pro Liter kaufen würden, heute tanken sie für 1,50 Euro, ohne mit der Wimper zu zucken“, sagt der Wirtschaftspsychologe.

Durchschnittlich acht Liter Eis isst der Deutsche pro Jahr – am Stiel, aus dem Tiefkühlfach, im Eisbecher und in der Waffel. Zwischen Juni 2005 und Juni 2010 stiegen die Preise über alle Sparten nach Angaben des Statistischen Bundesamts um knapp zehn Prozent. Das ist nicht mehr als die allgemeine Inflationsrate. Um wie viel sich die Kugel in der Eisdiele verteuert hat, bleibt unklar – diese Preise werden nicht gesondert erfasst.

Bei den italienischen Eisverkäufern seien die Preise seit zwei Jahren stabil, beteuert Anna Lisa Carnio, Sprecherin der Union der italienischen Speiseeishersteller in Deutschland – regionale Ausreißer kommentiert sie nicht. Zwischen 70 Cent und 1,50 Euro müssen die Kunden ihren Angaben zufolge für selbst gemachtes italienisches Eis bezahlen – je nach Lage der Eisdiele. „In München mit seinen astronomischen Mieten ist es teurer“, sagt die Sprecherin des Verbandes, dem deutschlandweit etwa 1500 Betriebe angehören.

Neben den Zutaten und den Personalkosten schlagen die Ladenmiete sowie die Kosten für Versicherungen und Strom zu Buche. Dass die Sommerhitze der vergangenen Wochen nun den Verkauf ankurbelt, freut die Eisdielenbesitzer natürlich. „Das Geschäft lief nach dem kalten Frühjahr bis in den Mai hinein katastrophal“, sagt Carnio. „Da muss jetzt aufgeholt werden.“ Mancherorts offenbar auch bei den Preisen.

Wenn Eisdielen zum Teil sogar 1,50 Euro für eine Kugel verlangten, sei das nur mit der Größe der Portion beziehungsweise den „erlesenen Zutaten“ zu rechtfertigen, heißt es bei dem Verband: „Würde unsere Qualität nicht stimmen, wären die Kunden auch nicht bereit, so viel zu zahlen.“

Zugute kommt den Eisdielen dabei auch, dass ihre Kunden sich meist ohne große Überlegung in die Schlange vor dem Tresen einreihen. „Den rationalen Käufer, den ,Homo oeconomicus‘ aus dem Lehrbuch, gibt es nicht“, sagt Wirtschaftspsychologe Bauer. Und bei steigenden Temperaturen erst recht nicht.

Von Ulrike Tschirner, Jens Heitmann

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