Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Deutschland / Weltweit Moderne Stromzähler kommen
Mehr Welt Wirtschaft Deutschland / Weltweit Moderne Stromzähler kommen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:41 12.08.2015
Ein Intelligenter Stromzähler aufgenommen bei 1. Hamburger Energietage. Quelle: dpa
Berlin

Die geplante schrittweise Einführung intelligenter Stromzähler in Deutschland wird private Haushalte bis zu 100 Euro kosten. Das geht aus einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Arbeitsentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums für ein "Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende" hervor. Bei Unternehmen können es bis zu 200 Euro sein.

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) muss nach EU-Vorgaben den Einbau digitaler Messsysteme vorantreiben, damit Verbraucher und Wirtschaft mehr Energie sparen oder Strom billiger bekommen. So sollen sich die anfänglichen Ausgaben für den Einbau der Geräte über die Zeit - wie bei Energiesparlampen oder effizienten Kühlschränken - für die Bürger rechnen. 

Ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden Strom wird Berechnungen des Ministeriums zufolge mit einem klugen Messsystem, das etwa die Waschmaschine im günstigen Nachtstromtarif laufen lässt, aber nur etwa 15 Euro im Jahr sparen - das wären gerade mal 1,25 Euro pro Monat. 

Pflichteinbau für Gewerbetreibende und größere Haushalte

Bis zu einer Grenze von 6000 Kilowattstunden Verbrauch sollen Netzbetreiber wie Stadtwerke entscheiden, ob sie neue Zähler und Digitaltechnik bei ihren Kunden verwenden oder nicht. Für Gewerbetreibende und größere Haushalte mit über 6000 Kilowattstunden Stromverbrauch soll der Einbau Pflicht sein. Neue Messsysteme soll es auch für Ökostromanlagen mit einer Leistung von mehr als sieben Kilowatt geben.

Allerdings will Gabriel dafür sorgen, dass die Kosten bei der Einführung der neuen Technik nicht aus dem Ruder laufen. "Es darf keinen Rollout um jeden Preis geben", heißt es im Entwurf. So dürften den Verbrauchern für den Einbau der Zähler nur zwischen 23 Euro bis 60 Euro (bis 6000 kWh) in Rechnung gestellt werden. Bei Großverbrauchern sind es dann 100 Euro oder mehr. 

Angesichts von 40 Millionen Haushalten und Millionen Firmen geht es langfristig um einen milliardenschweren Markt. Bis 2022 sollen nach EU-Vorgaben 80 Prozent von Europas Verbrauchern mit intelligenten Messsystemen ausgestattet werden.

Grüne: Gesetzentwurf bei Datenschutz nicht ausreichend

Kritik kommt von den Grünen, die clevere Zähler zur besseren Steuerung der Energiewende grundsätzlich gut finden. "Der Gesetzesvorschlag der Bundesregierung ist jedoch vor allem beim Thema Datenschutz nicht ausreichend", sagte Fraktionsvize Oliver Krischer der dpa. In Zeiten der Abhörskandale um den US-Geheimdienst NSA seien hohe Standards nötig, damit Daten zum Stromverbrauch nicht einfach ausgelesen werden könnten.

Die Regierung selbst will darauf achten, dass sensible Daten über die Stromnutzung nicht in falsche Hände geraten. Bei dem für das Projekt zuständigen Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sollen 30 zusätzliche Stellen geschaffen werden.

dpa

Niedersachsens Firmen haben bei der Zahlungsmoral noch Luft nach oben. Wie aus einer Studie der Wirtschaftsauskunftei Bürgel hervorgeht, begleichen zwischen Ems und Elbe 18,2 Prozent der Unternehmen ihre Rechnungen verspätet oder gar nicht. Damit liegt die heimische Wirtschaft im Bundesvergleich im unteren Drittel.

Lars Ruzic 12.08.2015

Die chinesische Währung Yuan ist nach einem Politikwechsel von der Zentralbank in Peking den zweiten Tag in Folge deutlich gegenüber dem US-Dollar abgewertet worden. International erhält Peking Lob für die Maßnahme.

12.08.2015

Vieles spricht dafür, dass die deutsche Wirtschaft auf Wachstumskurs bleibt. Es gibt allerdings auch Risiken. Ein Überblick über die Konjunkturtreiber- und Bremser der deutschen Wirtschaft.

12.08.2015