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Deutschland / Weltweit EU macht sich für Rente mit 70 stark
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18:59 07.07.2010
Schluss mit frühem Ruhestand: Die EU empfiehlt die Rente mit 70. Quelle: dpa

Zu diesem Schluss kommt ein Strategiepapier der Behörde, das Beschäftigungskommissar Laszlo Andor am Mittwoch vorstellte. Als langfristige Perspektive wird darin die Möglichkeit eines Rentenalters von 70 Jahren angeführt.

Die EU-Mitgliedsstaaten haben dasselbe Problem wie andere Industrienationen: Ihre Bürger werden immer älter, während gleichzeitig weniger Kinder geboren werden. „Laut Prognosen wird sich bis zum Jahr 2060 in Europa die Anzahl der Personen im Ruhestand gegenüber jenen, die die Pensionen und Renten finanzieren, verdoppeln“, sagte Andor. „Diese Situation ist auf Dauer einfach nicht tragbar.“

Derzeit kommen europaweit auf zwei 60-jährige Rentner fünf Erwerbstätige. Damit dieses finanzierbare Verhältnis aufrecht erhalten bleibt, müsste das Rentenalter bis 2040 auf 67 Jahre und bis 2060 auf 70 Jahre angehoben werden. „Wir stehen vor der Wahl, entweder im Ruhestand über weniger Einkommen zu verfügen, höhere Pensions- und Rentenbeiträge zu zahlen oder mehr und länger zu arbeiten“, sagte Andor. Die EU-Kommission neige der These zu, dass das Arbeitsleben verlängert werden müsse.

Diese Logik stößt im Europaparlament auf Kritik. „Die Vorschläge greifen zu kurz, um die Chancen älterer Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern und ihnen dadurch höhere Rentenansprüche zu ermöglichen“, sagt Elisabeth Schroedter von den Grünen. Allein der Appell, das Rentenalter nach hinten zu verschieben, könne dies nicht erreichen.

Die Kommission lieferte noch keine konkreten Gesetzesvorschläge. Dies liegt auch daran, dass die EU im Bereich Sozialversicherung keine Kompetenzen hat. Dort entscheiden die EU-Staaten ganz allein. Man wolle jedoch die öffentliche Debatte anstoßen und erreichen, dass sich die Staaten um das Problem kümmern, betonte Andor.

Eines der Länder, die bei der Rentenreform schon aktiv geworden sind, ist Deutschland. Hierzulande wird ab 2029 das Eintrittsalter auf 67 Jahre angehoben. Auch in Spanien, Griechenland und Großbritannien sind Reformen geplant.

Besonders schwer tut sich damit Frankreich. Die zweitgrößte Volkswirtschaft Europas hat derzeit im Vergleich zu den anderen großen Staaten das niedrigste Renteneintrittsalter. Mit 59,3 Jahren gehen die Franzosen in Ruhestand – das gesetzliche Rentenalter liegt bei 60 und soll nun auf 62 Jahre angehoben werden. Derzeit ziehen sich Europäer im Schnitt mit 61,4 Jahren aus dem Arbeitsleben zurück.

Hanna Roth

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