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Deutschland / Weltweit Beim Unfall holt das Auto selbst Hilfe
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22:04 13.06.2013
„Wir wollen E-Call als freiwilligen Dienst einführen“, heißt es beim Bundesverkehrsministerium. Quelle: dpa
Brüssel

Der Notruf erreicht die Rettungsleitstelle keine 20 Sekunden nach dem Autounfall. Obwohl Fahrer und Beifahrer schwer verletzt und ohne Bewusstsein sind, erhalten Notarzt und Polizei die GPS-Daten des verunglückten Fahrzeugs sowie weitere Informationen. Als die Helfer schließlich unterwegs sind, ist keine Minute vergangen. „Wir könnten mit diesem System in jedem Jahr bis zu 2500 Menschenleben in der EU mehr retten als heute und außerdem Verletzungen schneller behandeln“, sagte EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani am Donnerstag, als er den endgültigen Startschuss für E-Call („emergency call“ oder automatischer Notruf) gab.
Ab Januar 2015 sollen alle neuen Pkw und Neufahrzeuge über eine zusätzliche Telematik-Einheit im Motorraum verfügen, die mit dem Airbag verbunden ist. Wird dieser ausgelöst, setzt das Kästchen selbstständig einen Notruf an die Nummer 112 ab.

Ein europaweiter Test hat ergeben: 90 Prozent der Alarmmeldungen erreichten die Rettungsleitstellen innerhalb von 20 Sekunden. Nach 45 Sekunden waren es schon 97 Prozent. Europas größter Automobilklub ADAC ist begeistert: „Die Einführung von E-Call ist überfällig“, hieß es am Donnerstag in München. Die Bundesregierung hat „jede Unterstützung“ bei der Einführung des Notrufsystems zugesagt.
Noch sind allerdings viele logistische Schwierigkeiten zu überwinden. Mercedes, BMW und Volvo bieten das System bereits gegen Aufpreis an und statteten eigene Meldezentren mit der notwendigen digitalen Technik aus. Viele Rettungszentralen arbeiten noch mit alten, analogen Geräten, die keine Datenanrufe erlauben. Umrüstungen sind unumgänglich.
Wer diesen Aufwand bezahlt, ist ungeklärt. Denkbar wäre, so heißt es in Berlin, dass die Autofahrer, die das
E-Call-System in ihren Fahrzeugen auch nutzen wollen, es gegen eine geringe Gebühr abonnieren müssen.

Datenschützer äußern Bedenken

„Wir wollen E-Call als freiwilligen Dienst einführen“, heißt es beim Bundesverkehrsministerium. Das sei schon aus Datenschutzgründen nötig. Denn schließlich besteht zumindest theoretisch die Gefahr, dass unbefugte Dritte die übertragenen Informationen abfangen.
Deshalb besteht die Bundesregierung auch darauf, dass es keine dauerhafte Verbindung zwischen den Autos und den Mobilfunkunternehmen geben darf. Erst bei einem Unfall soll ein Kontakt aufgebaut und danach wieder beendet werden.
Die Hersteller, Mobilfunkkonzerne, Automobilklubs und Versicherungen haben sich an der Entwicklung von 
E-Call beteiligt. Mit dem am Donnerstag von der EU-Kommission veröffentlichten Papier liegen nun alle notwendigen technischen Standards vor, um die Einführung am 1. Januar 2015 durchsetzen zu können.
Das Europäische Parlament muss den verpflichtenden Einbau des Notrufsystems jetzt noch billigen. Mit Widerstand der Parlamentarier ist allerdings nicht zu rechnen. Der stellvertretende Vorsitzende des Verkehrsausschusses in der europäischen Volksvertretung, der CDU-Abgeordnete Dieter-Lebrecht Koch, sagte am Donnerstag: „Viel zu lange haben wir darauf warten müssen. Jeder Tag ohne ein europaweit funktionierendes E-Call kostet Menschenleben.“

von Detlef Drewes

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