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Deutschland / Weltweit Deutscher Export zieht dank Euroschwäche deutlich an
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19:23 08.07.2010
Deutsche Windkraftanlagen sind ein Exportschlager: Eine Generatorgondel wird im Hafen von Brake auf ein Frachtschiff verladen. Quelle: dpa

Der deutsche Export zieht dank der Euroschwäche deutlich an. Im Mai 2010 legten die Ausfuhren so deutlich zu wie seit zehn Jahren nicht mehr. Bei den Importen gab es sogar das stärkste Plus seit Januar 1989, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Damit setzte sich nach einer kleinen Delle im April der Aufwärtstrend im deutschen Außenhandel fort.

Zugute kommt hiesigen Unternehmen zumindest für einen Teil ihres Geschäfts auch der schwache Euro. Der Import von Rohstoffen wird dadurch aber teurer. Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts kletterten die Ausfuhren im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um 28,8 Prozent, die Importe gar um 34,3 Prozent. Ins Ausland verkauft wurden Waren im Gesamtwert von 77,5 Milliarden Euro, eingeführt wurden Waren im Gesamtwert von 67,7 Milliarden Euro. Die Außenhandelsbilanz schloss wie im Mai 2009 mit einem Überschuss von rund 9,7 Milliarden Euro.

Auch auf Monatssicht ergaben sich im Mai kräftige Zuwächse. Kalender- und saisonbereinigt nahmen die Ausfuhren im Vergleich zum Vormonat April um 9,2 Prozent zu, die Einfuhren kletterten um 14,8 Prozent. Die Importe stiegen damit so stark wie noch nie seit Beginn der Berechnung auf saisonbereinigter Basis im Jahr 1990.

„Der Außenhandel hat wieder seine Funktion als Motor für die deutsche Wirtschaft übernommen“, sagte Anton Börner, Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen. „Die insgesamt positiven Erwartungen im Maschinenbau und der Fahrzeugindustrie, aber auch in der Elektro- und Chemieindustrie lassen darauf schließen, dass sich die Erholung weiter fortsetzen wird.“ Es sei absehbar, „dass der deutsche Export im ersten Halbjahr alle Erwartungen übertreffen wird“.

Überraschend deutlich fiel der Anstieg der Produktion aus: Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums erhöhte sich die Gesamtproduktion deutscher Firmen auf Monatssicht preis- und saisonbereinigt um 2,6 Prozent. Die Unternehmen profitierten von den guten Auftragseingängen in den vergangenen Monaten – besonders in der Auto- und Metallindustrie.

Wichtigste Handelspartner bleiben die Länder der EU: Dorthin wurden im Mai Waren im Wert von 47,1 Milliarden Euro verkauft, die Importe beliefen sich auf 43,2 Milliarden Euro. In die Euro-Staaten lieferten deutsche Unternehmen Waren für 32,1 Milliarden Euro und kauften für 30,6 Milliarden Euro von dort ein.

dpa

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