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Deutschland / Weltweit Deutscher Autozulieferer um Millionen betrogen
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16:34 16.08.2016
"Chef-Betrug": 40 Millionen Euro hat der Kabel-Hersteller Leoni offenbar an Betrüger verloren. Quelle: dpa
Nürnberg

Der Autozulieferer Leoni ist nach eigenen Angaben Opfer eines millionenschweren Betrugs geworden. Unter Verwendung gefälschter Dokumente und Identitäten sowie unter Nutzung elektronischer Kommunikationswege seien Gelder des Unternehmens auf Zielkonten im Ausland transferiert worden, teilte das im MDax notierte Unternehmen am Dienstag überraschend mit. Der Schaden belaufe sich auf einen Abfluss an liquiden Mitteln von insgesamt rund 40 Millionen Euro.

Betrüger gaben sich als Mitarbeiter aus

Ein Sprecher wollte sich auf Nachfrage wegen laufender Ermittlungen nicht zu weiteren Details äußern. Aus dem Firmenumfeld hieß es, jemand habe sich gegenüber Mitarbeitern des Hauses als Leoni-Mitarbeiter ausgegeben und behauptet, "besondere Befugnisse zu haben". Auf diese Weise habe er "bestimmte Geschäftsvorgänge vorbereiten" lassen. Das Besondere sei dabei nicht das Vorgehen der Betrüger an sich, "sondern die Höhe des Schadens", hieß es.

Nach Angaben eines Leoni-Sprechers hat der Vorstand umgehend eine Untersuchung der Vorfälle eingeleitet und prüft derzeit Schadenersatz- und Versicherungsansprüche. Ebenso sei Anzeige erstattet worden. Die Auswirkungen auf die Ergebnisprognose kann das Unternehmen derzeit noch nicht abschätzen. Die Liquiditätslage des Konzerns sei nicht wesentlich beeinträchtigt.

Das Vorgehen der Täter ähnelt der sogenannten "Chef-Masche", bei der Unbekannte bereits in den vergangenen Monaten andere Unternehmen um große Beträge erleichtert hatten.

Was ist die "Chef-Masche"?

Laut dem Landeskriminalamt NRW handele es sich bei der "Chef-Masche" um eine Weiterentwicklung des berüchtigten Enkeltricks. Dabei meldet sich der vermeintliche Chef oder Finanzchef des Unternehmens "von oberster Stelle" beim zuständigen Buchhalter und drängt zur Eile: Für wichtige Transaktionen müsse dringend Geld überwiesen werden. Der Mitarbeiter wird zu "strikter Geheimhaltung" verpflichtet. Auf diese Weise landen große Geldsummen auf ausländischen Konten. Im Juli bezifferte das FBI den weltweiten Schaden auf 3,1 Milliarden US-Dollar (2,8 Milliarden Euro) in 100 Staaten.

dpa/RND/abr

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