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Deutschland / Weltweit Deutsche Autobranche dank Export weiter im Aufschwung
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22:21 02.07.2010
Daimler will die Kapazität in seinem Thüringer Motorenwerk erweitern. Gestern wurde dort der millionste Motor montiert. Quelle: dpa

Mit diesem Tempo hatte niemand gerechnet. Mit zweistelligen Zuwachsraten wartet die deutsche Autoindustrie zur Jahresmitte auf. Den Absturz des inländischen Marktes hatte man nach dem Abwrackboom erwartet, und im Export strebt die Branche schon wieder auf den Rekordwert des Jahres 2007 zu. „Wir werden in diesem Jahr voraussichtlich mehr als 4,15 Millionen Personenwagen exportieren, mehr als 2008 und fast so viele wie beim bisherigen Ausfuhrrekord 2007. Das zeigt, wie rasch der Hochlauf erfolgt“, sagte der Präsident des Branchenverbandes VDA, Matthias Wissmann, am Freitag in Berlin.

Auf allen wesentlichen internationalen Märkten sei die Erholung viel schneller gekommen als erwartet. Die deutschen Marken schnitten dort meist besser ab als die Konkurrenz. Wissmann rechnet zwar damit, dass sich das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte etwas abschwächen wird, doch insgesamt werde wohl die Weltautomobilproduktion spürbar auf 59 bis 60 Millionen Pkw zulegen.

Nur in Westeuropa hinkt der Absatz noch hinterher. Das liegt daran, dass in einigen Ländern die Subventionen auslaufen, die den Rückgang während der Krise bremsen sollten. Für Deutschland rechnet der Verband jetzt mit der Neuzulassung von 2,8 bis 2,9 Millionen Fahrzeugen – etwa ein Viertel weniger als 2009. Durchschnittlich liege man damit aber immer noch auf dem Niveau der vergangenen Jahre, betonte Wissmann.

Trotz der überraschend kräftigen Erholung werde es aber wohl noch zwei bis drei Jahre dauern, bis die Autoindustrie – vor allem die mittelständischen Zulieferunternehmen – alle Spuren der Krise bewältigt haben. Wissmann lobte die Zusammenarbeit von Industrie, Belegschaften und Politik während der Krise. Zwar ging die Zahl der Beschäftigten in der Automobilindustrie insgesamt um 4 Prozent auf 712 000 zurück, doch sei dies angesichts der Lage sehr moderat gewesen.

Inzwischen geht es mit den Jobs wieder bergauf. Während im Februar 2009 noch 273 000 Mitarbeiter und damit jeder dritte kurzarbeiteten, waren es im März 2010 nur noch 70 000 Kurzarbeiter. „Und heute sind es noch mal deutlich weniger“, sagte der VDA-Präsident. Gleichzeitig nehme die Zahl der Zeitarbeiter, die zwischendurch drastisch verringert worden war, wieder deutlich zu.

Noch vor wenigen Monaten klang das alles viel düsterer. Niemand, so erklärte Wissmann, habe vorhersehen können, dass sich vor allem die asiatischen Märkte so dynamisch entwickeln. In China sind die Pkw-Verkäufe in den ersten fünf Monaten um mehr als die Hälfte gestiegen. Der indische Markt hat um fast ein Drittel zugelegt. In den USA wurden im ersten Halbjahr 17 Prozent mehr Autos verkauft. In Deutschland liegt der Absatz nach wie vor um ein Drittel niedriger als vor einem Jahr, das entspricht aber dem üblichen Niveau ohne Abwrackprämie.

Wissmann macht sich auch für die Zukunft wenig Sorgen um die Arbeitsplätze der Branche in Deutschland. Obwohl die deutschen Hersteller ihre Auslandsproduktion in den vergangenen 16 Jahren verdreifacht haben und in ausländischen Werken inzwischen sogar mehr als die Hälfte aller Autos mit deutscher Marke hergestellt werden, gebe es keine Abwanderung von deutschen Arbeitsplätzen, betont der VDA-Präsident. „Drei neue Arbeitsplätze im Ausland sichern oder schaffen einen Arbeitsplatz im Inland.“

Klaus Dieter Oehler

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