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Deutschland / Weltweit Preisrutsch am Goldmarkt geht weiter
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00:15 29.06.2013
Von Albrecht Scheuermann
Gold gilt als guter Schutz vor Geldentwertung. Da die Angst davor abnimmt, sinkt auch die Begeisterung für das Edelmetall. Quelle: dpa

Dies ist nach Angaben von Experten der stärkste Wertverfall in so kurzer Zeit seit Jahrzehnten. Am Mittwochnachmittag kostete eine Feinunze zeitweise nur noch rund 1225 Dollar oder 940 Euro. Das ist in US-Währung der niedrigste Stand seit Spätsommer 2010. Seinen bisherigen Höchststand hatte der Goldpreis Anfang September 2011 mit mehr als 1900 Dollar erreicht. Danach war der Preis nach einem Durchhänger noch mal bis zum Herbst des vergangenen Jahres auf knapp 1800 Dollar gestiegen – seitdem geht es mit Unterbrechungen rapide abwärts.

Die starken Kurseinbrüche der vergangenen Monate markieren das Ende eines gewaltigen Booms am Edelmetallmarkt. Der Preis hatte sich von 2001 bis 2011 von weniger als 300 Dollar auf über 1900 Dollar erhöht und damit mehr als versechsfacht.
Als ein Haupttreiber des Kursanstiegs gilt die Angst vor der Geldentwertung. Die extrem lockere Geldpolitik der Zentralbanken in den USA und Europa in den vergangenen Jahren hat viele Anleger veranlasst, in Gold zu investieren. Es gilt wegen seiner begrenzten Verfügbarkeit als klassischer Schutz vor der Inflation.

Diese Angst hat jedoch seit einiger Zeit merklich nachgelassen. Das dürfte auch daran liegen, dass weit und breit von einer spürbaren Beschleunigung der Geldentwertung nichts zu sehen ist. Auch die Entspannung in der Euro-Schuldenkrise hat nach Ansicht von Experten den Drang zum Gold gebremst.

Der jüngste Preisrutsch ist jedoch vor allem ein Werk von Ben Bernanke, dem Präsidenten der US-Notenbank Fed. Er hatte vergangene Woche erstmals angedeutet, dass ein Ende der Käufe von Staatsanleihen absehbar sei. Durch diese Käufe pumpt die Fed seit Jahren enorm viel Geld ins Bankensystem, um die Erholung der Wirtschaft zu fördern. Diese zeigt immer deutlicher Anzeichen des Aufschwungs, sodass die Fed nun offenbar erwägt, die Medizin der Anleihekäufe langsam abzusetzen. Dies dürfte dazu führen, dass künftig auch weniger Geld in den Goldmarkt fließt, der von der Geldschwemme und den extrem niedrigen Zinsen profitiert hat.

Deshalb erwarten die meisten Experten, dass der Goldpreis in nächster Zeit weiter fallen wird. Von 26 Analysten, die die Agentur Bloomberg befragte, erwarteten zuletzt 15 fallende Preise. Nur sechs Analysten sagten steigende Preise voraus, fünf waren neutral.

Allerdings gibt es auch prominente Marktkenner, die nicht mit einer länger laufenden Baisse am Goldmarkt rechnen. „Der Abverkauf von Gold ist eine gute Sache. Gold ist zwölf Jahre hintereinander ohne eine richtige Korrektur gestiegen. Wenn etwas zwölf Jahre lang nur steigt, ist das eine Anomalie“, erklärte der bekannte Rohstoff-Investor Jim Rogers gegenüber dem Branchendienst Kitco News. „Ich vermute, der Goldpreis wird jetzt eine Art Boden bilden“, sagte er.

Wer jetzt in das Edelmetall investieren will, muss zum Beispiel am Münzenmarkt für bekannte Produkte wie Krügerrand oder Maple Leaf nur noch rund 980 Euro für eine Ein-Unzen-Münze ausgeben. Anfang des Jahres waren noch mehr als 1300 Euro fällig geworden.

Das Bundeskartellamt will mit schnellen Echtzeit-Infos über die Preise an den mehr als 14 000 Tankstellen für mehr Transparenz sorgen. Das neue System soll vor Ende des Sommers starten.

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