Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Deutschland / Weltweit Der Euro fällt schneller als die Preise
Mehr Welt Wirtschaft Deutschland / Weltweit Der Euro fällt schneller als die Preise
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:49 08.02.2015
Anderes Bild im Euro-Raum: Kaffee ist billiger geworden - aber nur in Dollar.

Derzeit kennen die Preise an den Rohstoffbörsen nur eine Richtung: nach unten. Das liegt nicht allein an der Verbilligung des Öls - die inzwischen übrigens weitgehend gebremst scheint. Auch haben viele gute Ernten weltweit für kräftige Preisabschläge geführt - von Getreide bis Kaffee. Das Problem daran ist: Die Verbraucher in Europa haben von alledem so gut wie nichts. Im Gegenteil: In Euro sind viele Rohstoffe sogar teurer geworden. Denn der Wertverfall der Währung schlägt den vieler Waren um Längen.

Der Rohstoffpreisindex des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) ging im Januar gegenüber dem Dezember in Dollar gerechnet um 17 Prozent zurück, teilte das HWWI mit. Dies lasse sich maßgeblich durch die Rohölpreise erklären, die zuletzt um 21,6 Prozent niedriger notiert hätten - in Dollar, wohlgemerkt. Aber auch alle anderen Rohstoffe wurden in Dollar billiger: Nichteisenmetalle um 6,9, Agrarrohstoffe um 3,1 und Genussmittel um 2,0 Prozent. Das HWWI führt diese Rückgänge teils auf konjunkturelle Gründe, teils auf gute Ernten und hohe Lagerbestände zurück.

„Wenn wir auf den Euro-Raum sehen, zeigt sich allerdings ein anderes Bild“, schränkte HWWI-Direktor Christian Growitsch ein. Wegen des Kursverfalls des Euro gegenüber dem Dollar seien die Rohstoffpreise im Euroraum entweder nur wenig gesunken oder sogar gestiegen. So hätten sich in Euro gerechnet Agrarrohstoffe um 3,0 Prozent und Genussmittel sogar um 4,1 Prozent verteuert. Hier zeigt sich der Euro-Verfall an den Devisenmärkten. Denn Rohstoffe werden traditionell in Dollar gehandelt.

Die Nachteile sieht Growitsch weniger bei der Industrie als vielmehr bei den Verbrauchern. „Für Industriebetriebe, die in den Dollarraum verkaufen, gleichen sich höhere Rohstoffkosten und Verkaufserlöse aus“, erklärte er. Viele Industrieunternehmen produzierten ohnehin in den Märkten, die sie belieferten. Zudem hätten sich die meisten international aktiven Unternehmen gegen Kursschwankungen ausreichend abgesichert.

Anders sieht es für die Verbraucher im Euro-Raum aus. Beispiel Rohkaffee: Die hochwertige Sorte Arabica, die in Deutschland überwiegend verkauft wird, wurde auf Dollar-Basis gegenüber dem Vormonat um 2,2 Prozent günstiger. In Euro hat sie sich jedoch um 3,9 Prozent verteuert. „Das ist wohl nicht genug, um die Kaffeepreise für die Endverbraucher in Bewegung zu setzen“, schätzte Growitsch. „Aber billiger wird es zumindest von der Rohstoffseite her auch nicht.“

Von Eckart Gienke 
und Lars Ruzic

Die Streiks des vergangenen Jahres haben Bahnreisende noch in unguter Erinnerung. Gelöst ist der Tarifkonflikt der beiden Gewerkschaften GDL und EVG mit der Deutschen Bahn immer noch nicht. Deshalb hat GDL-Chef Claus Weselsky nun mit erneuten Streiks gedroht.

08.02.2015

Das Karriere-Netzwerk Linkedin ist nach drei Verlustquartalen in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. In den vergangenen drei Monaten gab es einen Gewinn von knapp 3,1 Millionen Dollar. Bei dem Business-Netzwerk hatte das schnelle Wachstum zeitweise für rote Zahlen gesorgt.

07.02.2015
Deutschland / Weltweit 500 Millionen Euro Beteiligung - Keine Scheu vor großen Zahlen

Rocket Internet beteiligt sich an Bringdienstvermittler – für eine halbe Milliarde Euro. Solche Summen sind im internationalen Vergleich nicht ungewöhnlich für Internetfirmen - in Deutschland jedoch muss man bei solchen Summen und Beiteilungen länger nach Beispielen suchen.

Lars Ruzic 10.02.2015