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Deutschland / Weltweit Das ändert sich im August
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07:02 01.08.2016
Änderungen im August: Studenten, die Bafög beziehen, bekommen ab August mehr Geld. Bahnfahrer können sich auf neue Rabatte freuen, Internetnutzer ihren Router selber aussuchen. Und Arbeitslosengeld II sowie Sozialgeld werden künftig für zwölf Monate bewilligt. Quelle: dpa

Bafög
Die Leistung für Schüler und Studenten steigt um sieben Prozent. Der Wohngeldzuschlag wird von 224 auf 250 Euro angehoben. Damit liegt der Höchstsatz, den Studierende mit eigener Wohnung beziehen können, ab August bei 735 Euro im Monat. Zugleich steigen auch die Einkommensfreibeträge der Eltern um sieben Prozent, was laut Bundesregierung dazu führen wird, dass rund 110.000 weitere Studenten und Schüler Bafög bekommen. Erhöht werden auch die Grenze, ab der Minijob-Einkommen aufs Bafög angerechnet werden, der Freibetrag für eigenes Vermögen der Bafög-Bezieher und der Kinderzuschlag. Erhöht wird außerdem das sogenannte Meister-Bafög. Diese Leistung kann bekommen, wer sich zum Handwerks- oder Industriemeister, zum Techniker, Fachwirt oder zum staatliche geprüften Erzieher fortbilden lässt.

Deutsche Bahn
Auch Kunden mit einer BahnCard 50 bekommen nun wie die Inhaber der BahnCard 25 dauerhaft einen Rabatt von 25 Prozent auf Sparpreise im Fernverkehr. Sparpreis-Tickets können ab August nur noch bis zum Tag vor der Abfahrt umgetauscht oder erstattet werden, nicht mehr am Tag der Reise selbst. Zudem werden beim Ticketkauf im Zug nun 12,50 Euro fällig, fünf Euro mehr als bisher. Wer für die erste Klasse eine Reservierung bucht, aber kein Ticket kauft, zahlt 5,90 Euro statt bisher 4,50 Euro. Beim Kauf einer Fahrkarte für die erste Klasse bleibt die Reservierung inklusive. Zudem bietet die Deutsche Bahn zwischen August und dem Fahrplanwechsel im Dezember mit der Aktion "Für mich und für dich" zwei Probe-BahnCards zum Preis von einer. Die BahnCard50 für Senioren ist bis Ende September günstiger zu haben.

Sozialrecht
Arbeitslosengeld II und Sozialgeld werden künftig für zwölf Monate bewilligt. Ziel der Rechtsvereinfachung für die Grundsicherung ist nach Angaben der Bundesregierung, Leistungsberechtigten schneller und einfacher Klarheit über ihre Ansprüche zu geben. Langzeitarbeitslose können zudem für drei Jahre eine öffentlich geförderte Beschäftigung ausüben; mehr Wohnungen können im Rahmen der Grundsicherung als angemessen bewertet werden; Auszubildende können aufstockend Arbeitslosengeld II beziehen; hat jemand einen Job gefunden, können die Leistungen zur Eingliederung in Arbeit sechs Monate weiter bewilligt werden.

Kindergeld, Rente, Erbschaftsteuer: Was sich im Juli änderte, lesen Sie hier.

Qualifizierung
Für gering qualifizierte Beschäftigte soll es bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt geben. Von nun an können sie eine Prämie für bestandene Zwischen- und Abschlussprüfungen erhalten, wenn sie einen Berufsabschluss nachholen. Für Mitarbeiter in kleinen und mittleren Betrieben gibt es Zuschüsse bei Weiterbildungen außerhalb der Arbeitszeit. Die Regelung ist bis zum 31. Dezember 2020 befristet.

Freie Routerwahl
Internetanbieter können ihren Kunden nicht mehr vorschreiben, welches Gerät sie für die Verbindung zum Netz verwenden müssen. Verbraucher können somit selbst entscheiden, welchen Router mit welchen Leistungsmerkmalen sie benutzen möchten. Alle nötigen Zugangsdaten muss der Internetanbieter zur Verfügung stellen. Die Neuregelung gilt nur bei Abschluss eines neuen Vertrags oder einer Vertragsverlängerung (Was Kunden zur Router-Freiheit wissen müssen, lesen Sie hier).

Ausbildungsberufe
Die Ausbildung für acht Berufe wird an die jüngsten Entwicklungen angepasst. Unter anderem lernen Dachdecker mehr über Solaranlagen und Gebäudedämmung. Bei Anlagenmechanikern für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik erhalten die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit mehr Gewicht. Verändert werden außerdem die Ausbildungsordnungen für Fachkräfte für Veranstaltungstechnik, Graveure, Hörakustiker, Mediengestalter Digital und Print, Metallbildner und für Rolladen- und Sonnenschutzmechatroniker.

Elektrohandwerk
Der Mindestlohn im Elektrohandwerk steigt: Im Osten werden pro Stunde künftig 9,85 Euro statt 9,35 Euro fällig, im Westen sind es 10,35 statt 10,10 Euro. Nach einer weiteren Anpassung im kommenden Jahr gibt es in der Branche dann ab 2018 einen bundesweit einheitlichen Mindestlohn von 10,95 Euro.

Psychiatrie
Die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus wird auf gravierende Fälle beschränkt. Bei weniger schwerwiegenden soll eine unverhältnismäßig lange Unterbringung vermieden werden. Um sich selbst bestätigende Routinebegutachtungen zu vermeiden, schreibt das Gesetz den Wechsel von Gutachtern vor.

dpa/afp/RND/wer

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