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Deutschland / Weltweit Daimler sieht kein Ende des Booms
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20:54 13.04.2011
Dieter Zetsche (links) verspricht den Aktionären Wachstum. Quelle: dpa

An den glänzenden Aussichten änderten auch die Katastrophe in Japan und die Konflikte in der arabischen Welt nichts. Zetsche bekräftigte das Ziel, den Umsatz des 125 Jahre alten Konzerns und vor allem den Gewinn in diesem Jahr zu steigern: „Wir wollen das Jubiläumsjahr zu einem neuen Rekordjahr machen.“

Bei Daimler rechnet man damit, dass die weltweite Autonachfrage in diesem Jahr „signifikant“ wachsen wird. Die Kernmarke Mercedes-Benz steuert nach einem Absatzplus von 12 Prozent im ersten Quartal bereits auf einen Rekord zu. Im Gesamtjahr sollen mehr als 1,2 Millionen Wagen mit dem Stern verkauft werden, für 2015 peilt Zetsche mehr als 1,5 Millionen an.

Die Katastrophe in Japan trifft den Konzern vor allem bei seiner dortigen Tochter Fuso. Der Nutzfahrzeughersteller musste die Produktion zeitweise herunterfahren. Das Hauptwerk in Kawasaki südlich von Tokio hat den Betrieb jedoch vor knapp zwei Wochen wieder aufgenommen. Außerhalb Japans sei die Produktion bisher nicht nennenswert beeinträchtigt, erklärte Zetsche. Probleme wegen fehlender Teile ließen sich aber immer noch nicht völlig ausschließen. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, sie zu vermeiden beziehungsweise ihre Folgen zu minimieren.“

Zetsche kündigte an, dass Daimler künftig verstärkt auf Kooperationen setzt. Die Anforderungen seien so komplex geworden, dass ein Konzern nicht mehr alles machen könne. „Bündnisse mit Unternehmen, die unsere eigene Stärken ergänzen, werden immer wichtiger.“ Neue Techniken wie Elektromobilität und Leichtbau ließen sich zusammen besser vorantreiben als allein. Am Dienstag hatte Daimler verkündet, künftig zusammen mit dem Zulieferer Bosch Elektromotoren zu bauen und zu entwickeln. In der Batterietechnik ist der Konzern mit Evonik aktiv. Im Gemeinschaftsunternehmen Li-Tec werden Lithium-Ionen-Batterien für Autos hergestellt, die vom Jahr 2012 an serienmäßig in einen Elektro-Smart verbaut werden sollen. Im vergangenen Jahr hatte Daimler zudem eine weitreichende Allianz mit Renault geschlossen, die vor allem auf gemeinsame Kleinwagen zielt.

Bei der Übernahme des Motorenbauers Tognum, die Daimler zusammen mit dem britischen Triebwerkhersteller Rolls-Royce plant, kommt der Stuttgarter Konzern dagegen kaum voran. Nach der Kaufofferte von 24 Euro je Aktie wurden beiden Unternehmen bisher nur 0,03 Prozent der Aktien angeboten. Große Tognum-Aktionäre fordern ebenso wie der Vorstand einen höheren Preis. Inzwischen hat sich ihnen der Investor Guy Wyser-Pratte angeschlossen: „Wir fordern alle Aktionäre auf, Angebote abzulehnen, die nicht den wahren Wert ihrer Papiere widerspiegeln.“

Andreas Kröner

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