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Deutschland / Weltweit Brauer befürchten Rückgang beim Bierverkauf
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15:20 17.07.2015
Michael Huber, Generalbevollmächtigter der Veltins-Brauerei schätzt den Ausstoßrückgang von Bier auf rund 3,5 Prozent oder 1,4 Millionen Hektolitern in den ersten sechs Monaten. Quelle: dpa (Symbolbild)
Meschede

Die Fußball-Weltmeisterschaft und das gute Wetter haben im vergangenen Jahr die Lust auf Bier gesteigert, jetzt müssen die Brauer beim Bierausstoß wieder einen deutlichen Rückgang verzeichnen. "2014 war ein Ausnahmejahr. Im ersten Halbjahr 2015 hat das Wetter vielen Brauern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Jetzt hoffen wir auf einen sonnigen Sommer", sagt Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauerbundes in Berlin am Freitag.

"Nun ist die Branche wieder in der Realität angekommen", sagt Michael Huber, Generalbevollmächtigter der Veltins-Brauerei in Meschede-Grevenstein. Auf rund 3,5 Prozent oder 1,4 Millionen Hektoliter Bier schätzt er den Ausstoßrückgang der Branche in den ersten sechs Monaten.

Laut dem Deutschen Brauerbund ging in diesem Jahr der Ausstoß bis Mai um mehr als zwei Prozent zurück. "Der Juni war wegen der guten WM-Zahlen im Vorjahr und der schlechten Witterung noch einmal ganz schlimm", sagt Veltins-Marketing-Chef Volker Kuhl. "Im ersten Halbjahr sind 14 Millionen Kästen Bier nicht getrunken worden." Das sei der Jahresausstoß einer mittelständischen Brauerei.

An das gute Vorjahr konnte offenbar nur die Krombacher Brauerei in Kreuztal anknüpfen. Man habe lediglich ein Minus von 0,3 Prozent beim Bierausstoß, sagt Unternehmenssprecher Franz-Josef Weihrauch. Beim Krombacher Pils habe man sogar mit einem leichten Plus abgeschnitten. Und auch insgesamt hat die Krombacher-Gruppe ein leichtes Plus, weil die zum Unternehmen gehörende Schweppes-Sparte gut lief.

Bei Veltins ist man trotz eines Rückganges von 1,9 Prozent zufrieden. "Wir haben damit zumindest einen Teil der WM-Hektoliter behalten können", sagt Kuhl. Er hofft, dass jetzt zumindest das Sommerwetter im Juli und August den Brauern hilft. "Gutes Wetter ist der beste Verkäufer", sagt er.

Deutlicher waren die Auswirkungen bei der Warsteiner Brauerei. Sie meldete einen Ausstoßrückgang von 7,7 Prozent bei der Dachmarke Warsteiner. Nach Brancheninformationen haben auch die anderen Großbrauereien zum Teil deutliche Ausstoßrückgänge hinzunehmen.

Zufrieden sind die meisten Brauer mit dem Verkauf ihrer alkoholfreien Varianten. Denn offenbar spricht es nicht nur autofahrende Biertrinker an, sagt Krombacher-Vertriebschef Stephan Maubach: "Wir erreichen völlig neue Zielgruppen und landen mit unserem alkoholfreien Bier auch in Haushalten, in denen wir vorher gar nicht vertreten waren, bei Sportlern zum Beispiel."

Thema in der Branche ist zurzeit das "Craftbeer". Hier gehe es um Nischenbiere, die als geschmackliche Spezialitäten in ganz kleinen Brauereien hergestellt würden, sagt der Sprecher des Deutschen Brauerbundes in Berlin, Marc Oliver Huhnholz. "Die haben nicht mal ein Prozent Marktanteil", sagt Huhnholz. Aber Deutschland habe traditionell eine Vielzahl Spezialitätenbiere.

Die Diskussion um das Craftbeer erfreut die Großbrauer. "Es ist ein tolles Zeichen. Die Menschen reden wieder über Bier und entwickeln eine neue Lust daran", sagt Warsteiner-Vertriebschef Martin Hötzel. Außerdem seien die Kunden auch wieder offener für neue Geschmacksrichtungen.

dpa

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