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Deutschland / Weltweit Niederlagen auch abseits des Rasens
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19:45 05.02.2015
Von Albrecht Scheuermann
Das Archivbild vom 23.10.2000 zeigt ein Exemplar der Aktie des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund. Fredi Bobic von Hannover 96 will am Freitag zu seiner «Aktien-Affäre» Stellung nehmen. Bobic kommt einer Aufforderung der DFL nach. Der Stürmer des Aufsteigers soll noch Aktien seines Ex-Clubs Borussia Dortmund besitzen. Profis dürfen laut Lizenzspielerordnung aber nur Wertpapiere von Kapitalgesellschaften besitzen, bei denen sie unter Vertrag stehen. dpa Quelle: Frm
Dortmund

Schließlich zeigte die jüngste Niederlage gegen den FC Augsburg, dass nach der trostlosen Hinrunde beim BVB nichts besser geworden ist. Dies hat auch für die Anleger Konsequenzen. Gerade erst hatte sich der Aktienkurs des einzigen börsennotierten Fußballvereins hierzulande wieder über die 4-Euro-Marke geschoben, da kam am Donnerstag nach der Niederlage ein herber Rückschlag: Mit einem Minus von 10 Prozent war das Papier unter den 50 Aktien des Kleinwerte-Index S-Dax mit Abstand der größte Verlierer.

Allerdings ist das Papier damit noch weit von früheren Tiefstständen entfernt. Im Frühjahr 2009 gab es die BVB-Aktie zeitweise sogar für weniger als einen Euro. Dann kam jedoch der sportliche Erfolg der Dortmunder in Bundesliga und Champions League. Jürgen Klopps Mannschaft wurde nicht nur im Stadion bejubelt, auch im Börsensaal gingen die Daumen hoch. Im Sommer 2014 erreichte die Aktie mit 5,34 Euo ihren Zenit.

Den Aktionären wird nach der immer länger währenden Schlappen-Serie nun aber mulmig. Schließlich würde ein Abstieg in die zweite Liga auch große Löcher in die Einnahmenrechnung reißen. Dass die glücklosen Balltreter in der lukrativen Champions League bleiben, gilt ohnehin schon als so gut wie ausgeschlossen.

Droht jetzt also nach dem sportlichen Desaster der Borussen auch die wirtschaftliche Misere? BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke wiegelt solche Ängste ab. Der Verein könne auch eine Saison ohne Einnahmen aus dem Europapokal locker verkraften, hatte er vor Kurzem in einem Interview verkündet, er sei wirtschaftlich „so stark wie nie zuvor“.

Tatsächlich hat die Fußball-Aktiengesellschaft finanziell allerhand richtig gemacht. Vergangenes Jahr zog sie noch rechtzeitig vor dem sportlichen Niedergang zwei Kapitalerhöhungen durch. Deshalb ist die Kasse immer noch prall gefüllt. Im jüngsten Quartalsbericht weist der BVB gut 100 Millionen Euro an „Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten“ aus. Bei einem jährlichen Aufwand allein für das Personal von zuletzt ebenfalls rund 100 Millionen Euro ist die Kasse aber schnell leer, wenn jetzt die Einnahmen aus nationalen und internationalen Wettbewerben wegbleiben.

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