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Deutschland / Weltweit Benzin droht über Ostern knapp zu werden
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11:50 24.04.2011
Das Benzin droht über Ostern knapp zu werden. Quelle: dpa

Mitten im Osterreiseverkehr droht an Tankstellen das Benzin auszugehen. Die „Welt am Sonntag“ berichtet von Versorgungsengpässen bei Super, Superplus und E10. Aral-Sprecher Tobias Wolny bestätigte der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag: „Aufgrund der verstärkten Nachfrage nach Kraftstoffen über die Feiertage kann es zu vorübergehenden Leerständen kommen.“ Die Spediteure bemühten sich aber nach Kräften, Leerstände zu vermeiden und betroffene Tankstellen schnellstmöglich wieder zu beliefern.

Laut „WamS“ berichtete eine Shell-Sprecherin, dass es am Ostermontag kritisch werden könne, auch Vertreter anderer Mineralkonzerne bestätigten demnach Engpässe. Die Hintergründe seien, dass Vertrieb und Produktion an die veränderte Nachfrage angepasst würden. Die Mineralölbranche kämpfe mit logistischen Problemen, weil viele Autofahrer weiterhin kein E10 tanken.

Hinzu kommt den Angaben zufolge aktuell die Umstellung der Tankstellen „von Winterware auf Sommerware“. Was klingt wie der Saisonwechsel im Mode-Einzelhandel, hat folgenden Hintergrund: E10-„Winterware“ darf regulär zwischen dem 16. November und dem 15. März verkauft werden. Daran schließt sich eine Übergangsfrist bis zum 30. April an. Vom 1. Mai an darf die Branche nur noch die E10-„Sommerware“ an den Autofahrer bringen - bis zum Herbst, wenn wieder auf Winterware umgestellt wird.

Der wichtigste Unterschied zwischen Winter- und Sommerware ist der Dampfdruck: Dieser beträgt im Winter bis zu 90 Kilopascal, im Sommer maximal 60 Kilopascal. Damit auch bei eisigen Winter-Temperaturen optimale Kaltstarts möglich sind, werden Winterbenzin zusätzliche flüchtige Substanzen zugegeben - sie sorgen für höheren Dampfdruck im Motor.

Die Mineralkonzerne führen für die befürchteten Engpässe außerdem noch das Fahrverbot für Tank-Lastwagen während des Osterfestes als Grund an. Dass Ostern zudem eine Woche vor dem Stichtag für den Wechsel von Winter- auf Sommerware liege, mache die Situation für die Mineralölkonzerne noch komplizierter.

Bis zum Sonntagmittag war dem ADAC von regelrechten Leerständen an Tankstellen noch nichts bekannt. ADAC-Sprecher Andreas Hölzel sagte der dpa, bisher habe er „nur vereinzelt von Knappheit“ gehört. Hölzel kritisierte: „Das ist das Ergebnis des ganzen Tohuwabohus der Umstellungsphase auf E10. Hinzu kommt, dass die Mineralölkonzerne keine echte Alternative zu E10 angeboten haben.“

Die Konzerne selbst sagen laut „WamS“, dass wegen der E10-Einführung die logistischen Herausforderungen ohnehin außergewöhnlich hoch seien. So habe die BP-Tochter Aral auf einen Erfolg von E10 gesetzt und die großen Tanks an den Stationen mit dem „Bio“-Sprit gefüllt. Aber: Der Absatzanteil von E10 liege weiterhin bei höchstens einem Drittel.

dpa

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