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Deutschland / Weltweit Barmer GEK streicht jede fünfte Stelle
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20:56 24.02.2014
Die mitgliederstärkste Krankenkasse Barmer GEK will jede fünfte Stelle streichen und die Zahl ihrer Geschäftsstellen halbieren. Quelle: dpa (Symbolfoto)
Berlin

Noch rund 400 Geschäftsstellen werde es geben. Gestärkt werden sollen der Service am Telefon und im Internet. Angesichts des wachsenden Finanzdrucks in der gesetzlichen Krankenversicherung will die Barmer GEK jährlich 250 bis 300 Millionen Euro sparen – und damit künftige Zusatzbeiträge für ihre 6,7 Millionen zahlenden Mitglieder in Grenzen halten. Inklusive mitversicherten Familienangehörigen zählt sie 8,6 Millionen Versicherte. In Niedersachsen und Bremen kommt die Kasse auf 800.000 Versicherte und 650.000 Mitglieder. In den 75 Geschäftsstellen sind derzeit 1700 Mitarbeiter beschäftigt.

Gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ kündigte Straub an, den Stellenabbau bis 2018 sozialverträglich zu gestalten und eng mit der Personalvertretung abzustimmen. In einem Fernsehinterview vermied der Kassenchef aber die Antwort auf die Frage nach betriebsbedingten Kündigungen.

Überschuss von 493 Euro - vor zwei Jahren

„Es ist kein Sparprogramm“, sagte Straub. Es gehe darum, die Kasse im Interesse der Kunden zu verändern. Ziel sei mehr Qualität bei Service und Leistung. „Unsere Analysen zeigen, dass immer mehr Versicherte ihre Anliegen am Telefon oder im Web erledigen und weniger in die Geschäftsstellen kommen“, erläuterte Straub. Auch künftig werde die Kasse vor Ort erreichbar sein. Die Barmer will mobile Geschäftsstellen einrichten. Jede Filiale solle in 20 Minuten mit dem Auto erreichbar sein, hieß es.

Vor zwei Jahren hatte die Kasse noch einen Überschuss von 493 Millionen Euro erzielt. 2013 dürfte bei einem Haushalt von 28,2 Milliarden Euro nur ein Plus von 91 Millionen Euro übrig bleiben. Bei den Verwaltungskosten je Mitglied lag die Barmer GEK mit knapp 95 Euro nach drei Quartalen 2013 leicht über dem Durchschnitt aller Ersatzkassen von gut 92 Euro. Die Techniker Krankenkasse oder die HKK lagen um bis zu 20 Prozent niedriger.

Auch andere Ersatzkassen sind auf Sparkurs

Die Gewerkschaft ver.di hat die Barmer GEK am Montag zu Tarifverhandlungen aufgefordert. „Es darf keinen Kahlschlag zulasten der Versicherten und der Beschäftigten geben“, sagte Vorstandsmitglied Isolde Kunkel-Weber. „Ein Tarifvertrag zur Reorganisation und Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen ist deshalb unverzichtbar.“

Auch andere Ersatzkassen sind auf Sparkurs. Die hannoversche KKH will 300 von 4000 Stellen streichen und die Zahl ihrer Regional- und Servicezentren reduzieren. Die DAK hat seit 2010 jedes Jahr rund 1000 Stellen abgebaut. Derzeit sind dort noch rund 11.000 Mitarbeiter beschäftigt. Die Zahl der Servicezentren soll von 671 auf 574 sinken.

Basil Wegener / Jens Heitmann

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