Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Deutschland / Weltweit Aussperrung streikwilliger Lokführer rechtswidrig
Mehr Welt Wirtschaft Deutschland / Weltweit Aussperrung streikwilliger Lokführer rechtswidrig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:10 02.04.2011
Die Aussperrung streikwilliger Lokführer bei Bahnunternehmen im Veolia-Konzern ist rechtswidrig. Quelle: dpa

„Die Arbeitgeber wissen scheinbar nicht, was sie tun, oder sie haben aus dem Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn 2007/2008 nichts gelernt: Je länger der Arbeitskampf dauert und je härter er geführt wird, desto teurer wird ein Kompromiss.“

Für die nächste Woche hat die GDL eine Streikpause angekündigt. Die Gewerkschaft wolle den Arbeitgebern Zeit geben, sich zu sortieren, sagte Weselsky der Nachrichtenagentur dpa. „Bei weiteren Streiks wird der Schaden für die Unternehmen noch größer, insofern brauchen die Zeit, um sich sortieren, die werden wir ihnen geben.“ Die GDL hatte in der Nacht zum Samstag einen 47-stündigen Streik bei den Bahn-Konkurrenten beendet.

Die GDL fordert einen einheitlichen Tarifvertrag für die 26.000 Lokführer in Deutschland im Regional-, Fern- und Güterverkehr - egal, bei welchem Betreiber sie arbeiten. Eine Kernforderung ist eine Angleichung der Einkommen auf dem Niveau der DB plus fünf Prozent Aufschlag.

Bei der Ostseeland Verkehr GmbH, einer Tochter des Bahn-Konkurrenten Veolia, waren streikwillige Lokführer ausgesperrt worden. Dieser Maßnahme, die eigentlich bis Montagnacht dauern sollte, haben die Frankfurter Arbeitsrichter nun ein Ende gemacht. Zur Begründung hieß es, es liege eine unzulässige „Selektiv-Aussperrung“ vor, denn das Unternehmen habe nur 13 Lokomotivführer von etwa 80 Kollegen ausgesperrt, die zuvor am GDL-Streik teilgenommen hatten.

Prinzipiell dürfen Arbeitgeber in Tarifkonflikten Arbeitnehmer aussperren. Diese Mitarbeiter erhalten während dieser Zeit kein Gehalt. In der Regel erhalten die Arbeitnehmer in der Zeit der Aussperrung Streikgeld von der Gewerkschaft, die Arbeitgeber schwächen damit also die Streikkasse der Gewerkschaften.

dpa

Mehr zum Thema

Die GDL legt nach ihrem 47-Stunden-Streik vorerst eine Pause ein - die Lokführergewerkschaft will den Bahn-Konkurrenten Zeit geben, sich zu bewegen. Scharfe Kritik äußerte GDL-Chef Weselsky an der Aussperrung von Lokführern sowie an „Scheinangeboten“.

02.04.2011

Der neuerliche, zweitägige Lokführerstreik bei den Bahn-Konkurrenten im Regionalverkehr scheint Wirkung zu zeigen. Mit einem Unternehmen sind Verhandlungen vereinbart, ein anderes legte der Gewerkschaft GDL ein Angebot vor.

01.04.2011

Die Streiks der Lokführer haben am Donnerstag erneut die Kunden der großen Bahn-Konkurrenten getroffen. Doch endlich deutet sich auch eine Lösung des festgefahrenen Tarifstreits an: Die GDL will zumindest mit Keolis wieder verhandeln.

31.03.2011

Die GDL legt nach ihrem 47-Stunden-Streik vorerst eine Pause ein - die Lokführergewerkschaft will den Bahn-Konkurrenten Zeit geben, sich zu bewegen. Scharfe Kritik äußerte GDL-Chef Weselsky an der Aussperrung von Lokführern sowie an „Scheinangeboten“.

02.04.2011

Wer will schon seinen Lebensabend durch Gewinne aus Atomenergie, Kinderarbeit und Waffenexporte finanzieren? „Grüne“ Banken boomen nicht zuletzt seit der Finanzkrise. Kunden wollen ihr Geld lieber in ökologische und ethisch vertretbare Anlagen investieren.

02.04.2011

Es klang sehr zuversichtlich, als Frankfurts Börsenchef Reto Francioni Mitte Februar verkündete, dass die Deutsche Börse und die New York Stock Exchange fusionieren wollen. Bis Ende des Jahres sollte diese Traumhochzeit unter Dach und Fach sein, die Posten waren schon verteilt, nur der Name der dann weltgrößten Börse stand noch nicht fest.

01.04.2011