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Deutschland / Weltweit Airbus Group steigert Gewinn
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15:39 26.02.2014
Der Airbus-Group Präsident Tom Enders auf der jährlichen Pressekonferenz. Quelle: Guillaume Horcajuelo
Toulouse

Lukrative Flugzeugverkäufe haben Europas größtem Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus 2013 deutlich mehr Gewinn beschert. Höhere Kosten für den neuen Langstreckenjet A350 und der teure Umbau des Rüstungsgeschäfts verhinderten allerdings einen noch größeren Höhenflug. Unter dem Strich steigerte der Boeing-Rivale sein Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro, wie der bis vor kurzem unter dem Namen EADS auftretende Konzern am Mittwoch mitteilte.

Den jüngsten Gewinnsprung verdankte das Unternehmen vor allem dem guten Geschäft ihrer Verkehrsflugzeugsparte, aber auch deutlichen Verbesserungen im Rüstungsgeschäft. Der Konzernumsatz legte lediglich um 5 Prozent auf 59,3 Milliarden Euro zu. „2013 war für den Konzern ein wichtiges und ereignisreiches Jahr, nicht zuletzt wegen der weitreichenden Neuausrichtung unserer Unternehmensführung, der Aktionärsstruktur und der Strategie“, kommentierte Airbus-Group-Chef Tom Enders.

Der deutsche Topmanager spielte damit auf den umfangreichen Konzernumbau an. Vor allem um das schwächelnde Rüstungsgeschäft wettbewerbsfähiger zu machen, streicht das Unternehmen rund 5.800 Arbeitsplätze, mehr als 2.000 davon in Deutschland. Überwiegend sollen die Stellen in der neuen Rüstungs- und Raumfahrtsparte Airbus Defence & Space wegfallen, die derzeit aus den bisherigen Sparten Cassidian (Verteidigung) und Astrium (Raumfahrt) entsteht. Die Kosten für den Umbau belasteten das Ergebnis mit 292 Millionen Euro.

Im vierten Quartal 2013 musste der Konzern zudem unerwartete Zusatzkosten in Höhe von 434 Millionen Euro für das A350-XWB-Programm verbuchen. Plangemäß soll der neue Großraumjet im vierten Quartal bei der arabischen Fluglinie Qatar Airways in Betrieb gehen. Dieser Termin wurde am Mittwoch bestätigt, allerdings mit einer klaren Warnung.

Der Langstreckenjet steht nach mehr als 1.000 Flugstunden vor der Zulassung durch die Behörden. Damit befinde sich das A350-Programm in seiner „kritischsten Phase“ sagte Enders und wollte weitere überraschende Mehrkosten in diesem Jahr ausdrücklich nicht ausschließen.

Mit der A350 tritt Airbus gegen Boeings langjährigen Kassenschlager 777 sowie den neueren Hightech-Flieger 787 „Dreamliner“ an. Unterdessen reagiert Airbus auf die Auftragsflut für den Mittelstreckenjet A320 und dessen modernisierte Neuauflage A320neo. Statt derzeit 42 Maschinen sollen ab dem zweiten Quartal 2016 monatlich 46 Exemplare der Flugzeugfamilie fertig werden. Derzeit hat Airbus Bestellungen für mehr als 4.200 Maschinen dieser Klasse in den Büchern stehen.

Im laufenden Jahr konzentriert sich der Konzern allerdings auf die A350 - und den eingeleiteten Konzernumbau. Die Auslieferungen sollen etwa auf dem Niveau des Vorjahres verharren, als 626 neue Verkehrsflieger die Werkshallen verließen. Auch beim Umsatz erwartet Enders keine Steigerung. Allerdings soll der Gewinn - Sondereffekte herausgerechnet - steigen. Auf diese Weise soll die operative Marge von zuletzt 6,0 Prozent bis zum kommenden Jahr auf 7 bis 8 Prozent klettern. Unvorhergesehene Sonderbelastungen und die Kosten für den Konzernumbau sind dabei herausgerechnet.

Mit den Umbauplänen reagiert die Konzernspitze vor allem auf die wegbrechenden Rüstungsaufträge. Enders stellt sich zudem bereits auf das Ende der Eurofighter-Produktion ein. Schon jetzt reichen die Bestellungen für den Kampfjet nur noch bis ins Jahr 2017. Enders hofft zwar weiter auf Aufträge aus Ländern außerhalb der EU, zeigte sich jedoch „nicht optimistisch“. Zuletzt hatten sich Südkorea und andere Staaten für die Flieger der Konkurrenz entschieden.

Zudem will Deutschland die einst vorgesehene letzte Eurofighter-Tranche über 37 Kampfjets voraussichtlich nicht abnehmen - eine offizielle Entscheidung steht aber noch aus. Dem Vernehmen nach will der Konzern in diesem Fall eine hohe dreistellige Millionen-Euro-Summe als Entschädigung einfordern.

Der Chef der Airbus-Rüstungssparte, Bernhard Gerwert, kritisierte die Einkaufspolitik der Bundesregierung. In einem Mitarbeiterbrief, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, schreibt er: „Ich bin der Auffassung, dass der bestehende Beschaffungsprozess den Erwartungen einer modernen Bundeswehr und einer im internationalen Wettbewerb stehenden Industrie nicht gerecht wird.“

dpa

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