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Deutschland / Weltweit Air Berlin möchte sich von TUIfly lösen
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22:17 21.08.2014
Air Berlin will am Flughafen Hannover weiter die Fahne hochhalten, aber dennoch die eigene Station schließen. Quelle: dpa
Berlin/Hannover

nter den Fittichen des arabischen Großaktionärs Etihad versucht Air Berlin abermals den Neustart. „Nach intensiver Prüfung sind wir zutiefst davon überzeugt, die richtige Aufstellung zu haben“, sagte Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer am Donnerstag. Dabei sollte es nach zwei gefloppten Sanierungsanläufen und jahrelangen Verlusten „keine Tabus“ mehr geben – doch vieles bleibt beim Alten.

Die zweitgrößte deutsche Fluglinie will auch künftig Verbindungen innerhalb Europas anbieten, zu den Urlaubszielen des Südens fliegen sowie nach Übersee. „Wir müssen es nur besser machen“, sagte Prock-Schauer. Experten zufolge ist dieses Geschäftsmodell allerdings das Kernproblem von Air Berlin. Bis auf die Tourismusverbindungen, bei denen die Berliner seit ihren Zeiten als „Mallorca-Shuttle“ zu den führenden Anbietern zählen, sind die Kosten zu hoch, um mit erfolgreichen Billigfliegern wie Ryanair mithalten zu können. Auf der Langstrecke hingegen fehlt Air Berlin die Größe und die Vielzahl der Flugziele, um der Lufthansa ernsthaft Konkurrenz zu machen. Resultat: In den vergangenen fünf Jahren flog Air Berlin nur einmal Gewinne ein.

Der seit anderthalb Jahren amtierende Konzernchef Prock-Schauer gibt sich unbeirrt und sucht sein Heil in einem neuen Schrumpfkurs und einer noch engeren Partnerschaft mit Etihad. Die Fluglinie vom Persischen Golf hält Air Berlin seit 2011 mit Geldspritzen von mittlerweile 800 Millionen Euro in der Luft. Ziel des Emirates-Rivalen ist es, über Air Berlin mehr Passagiere an den Riesenflughafen Abu Dhabi zu befördern. Mit Erfolg: Air Berlin werde das Etihad-Drehkreuz von Berlin aus künftig zweimal am Tag anfliegen, außerdem kämen Flüge von Stuttgart und Wien dazu.

Zweiter Baustein der Sanierung: Mit der Einführung eines neuen Streckennetzes, das sich auf die großen Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Mallorca beschränkt, soll die Flotte um etwa zehn Flugzeuge reduziert und die Zahl der angebotenen Sitzplätze um 10 Prozent gesenkt werden. Damit wollen die Berliner spätestens 2017 wieder in die schwarzen Zahlen fliegen. Im zweiten Quartal verringerte Air Berlin den operativen Verlust leicht und erreichte unter dem Strich mit 8,6 Millionen Euro wieder schwarze Zahlen.

Auf den Prüfstand stellt Air Berlin auch den teuren Leasingvertrag mit TUIfly. Das Unternehmen mietet seit fünf Jahren 14 Maschinen aus Hannover inklusive Besatzung und zahlt dafür dem Vernehmen nach jährlich mehr als
100 Millionen Euro. Air Berlin würde den Vertrag gern ändern – doch dieser läuft bis 2019 und verlängert sich für weitere zehn Jahre, wenn er nicht von beiden Seiten gekündigt wird. Bei TUIfly hat man daran kein Interesse. Es werde in Berlin gern vergessen, dass man ein komplettes Geschäftsmodell übernommen habe, heißt es.

von Peter Maushagen und Jens Heitmann

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