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19:27 04.07.2010
Bewaffnete Polizisten bei der Razzia vor dem Gebäude der Deutschen Bank in Frankfurt: Die Verdächtigen waren vorgewarnt. Quelle: dpa

Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte berichtet, abgehörte Telefongespräche zwischen Mitarbeitern der Bank hätten auf die Warnung schließen lassen.

Nach Angaben der Zeitung hatten sich mehrere Beschäftigte der Bank, gegen die wegen Steuerhinterziehung in großem Stil ermittelt werde, einander am Abend des 27. April 2010 über die für den nächsten Tag geplante und dann tatsächlich erfolgte Razzia informiert. Aus welcher Sicherheitsbehörde dieser Tipp kam, sei nicht bekannt.

Die Suche nach der undichten Stelle bei den Ermittlungsbehörden läuft bereits seit Mai. „Wir wussten schon sehr lange, dass die Bank gewarnt worden ist“, sagte Wittig. Die Deutsche Bank wollte sich zu der Warnung nicht äußern. Ein Sprecher sagte lediglich, man kooperiere bei den Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung voll mit den Behörden.

Am 28. April hatten mehr als 1000 Beamte eine bundesweite Razzia gegen mutmaßliche Steuerhinterzieher vorgenommen. Steuerfahnder und Bundespolizisten durchsuchten in mehr als 230 Objekten Büros. Den etwa 150 Beschuldigten wird vorgeworfen, den Fiskus um etwa 180 Millionen Euro Umsatzsteuer beim Handel von sogenannten Emissionsrechten betrogen zu haben. Ein Schwerpunkt der Ermittlungen war die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist das System so einfach wie erfolgreich gewesen: Die Verdächtigen sollen im Ausland große Mengen an CO2-Verschmutzungsrechten gekauft haben. Beim Import nach Deutschland soll die fällige Umsatzsteuer nicht abgeführt worden sein. Anschließend hätten die Zertifikate mehrfach den Eigentümer gewechselt – jeweils mit Rechnungen inklusive Umsatzsteuer. Die letzte Firma in der Kette habe die Papiere wieder exportiert und dafür vom Fiskus die bei der Einfuhr angeblich gezahlte Umsatzsteuer zurückerstattet bekommen, berichtet die „Süddeutsche“. Solche Netzwerke sind in der Szene als „Umsatzsteuerkarussell“ bekannt.

Bei der Deutschen Bank sollen sieben Angestellte – darunter ein Gebietsleiter – mit dem Betrügerring zusammengearbeitet haben. Man erwarte, dass die Vorwürfe gegen ihre Mitarbeiter im Verfahren entkräftet würden, sagte ein Bank-Sprecher. Es gebe bisher keine Anhaltspunkte, dass die Vorwürfe zutreffen könnten.

dpa

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