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Wirtschaft Deshalb sind viele Gemüse-Sorten jetzt teurer
Mehr Welt Wirtschaft Deshalb sind viele Gemüse-Sorten jetzt teurer
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20:21 07.02.2017
Gemüse im Supermarkt: Eisberg-Salat, Brokkoli und Zucchini sind deutlich teurer als sonst. Quelle: dpa
Berlin

Im deutschen Winter stammen Zucchini, Brokkoli und Eisbergsalat fast ausschließlich aus dem Mittelmeerraum. Dort bedroht aber eine Kältewelle große Teile der Ernte. Das bringt böse Überraschungen im heimischen Supermarkt.

Am deutlichsten sieht man das beim Eisberg-Salat. Ein Kopf kostete nach Zahlen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) im vergangenen Winter nur 65 Cent. Jetzt sind es – in der gleichen Woche Ende Januar – satte 2 Euro. Auch Brokkoli sei im Supermarkt gerade dreimal so teuer wie 2016, Zucchini fast ebenfalls.

„In Deutschland ist man so hohe Preise nicht gewohnt“

Für viele komme das überraschend, meint der Berliner Großmarktchef Dieter Krauß. „In Deutschland ist man so hohe Preise nicht gewöhnt“, sagt er. Normalerweise sei Obst und Gemüse das ganze Jahr über vergleichsweise billig – und der Verbraucher entsprechend verwöhnt.

Doch in Süditalien brachen in den vergangenen Wochen die Plastiktunnel auf den Gemüseplantagen unter Schnee und Eis zusammen. Artischocken, Brokkoli, Blumenkohl, Auberginen – alles hinüber. In Spanien war das Wetter zu nass und zu kalt für den Eisberg-Salat.

„Zugleich ist Spanien in den Wintermonaten unser wichtigster Lieferant“, erläutert die AMI-Gartenbauexpertin Birgit Rogge. Drei Viertel des Obstes und fast zwei Drittel des in Deutschland konsumierten Gemüses werden importiert. Im vergangenen Jahr waren das 5,4 Millionen Tonnen Obst und 3,3 Millionen Tonnen Gemüse. Das meiste kommt aus Spanien und Italien, auch aus Frankreich und den Niederlanden.

Hohe Preise könnten noch Monate anhalten

Wenn die Gemüsebauern dort weniger Salat liefern können, merkt man das im Supermarkt. Bei Tesco in Großbritannien, erzählt Großmarktchef Krauß, sei Eisbergsalat gerade auf zwei Köpfe pro Einkauf rationiert worden. „Sowas ist in Deutschland zwar unwahrscheinlich“ sagt der Präsident des Deutschen Fruchthandelsverbands. „Aber er wird teuer.“ Nach AMI-Einschätzung dürften die hohen Preise noch Monate anhalten, da das extreme Wetter auch junge Triebe zerstört und neue Aussaat verhindert.

Diese Gemüse-Sorten sind jetzt billiger

Zu was würden die Fachleute preisbewussten Gemüse-Fans derzeit raten? Gemüse, das im Herbst in Deutschland geerntet und jetzt aus dem Lager verkauft werde, sei vergleichsweise günstig, sagt Gartenbau-Expertin Birgit Rogge. Weißkohl sei gerade 24 Prozent billiger als im Vorjahreszeitraum, Möhren 7 Prozent. Also weniger leichte mediterrane Küche, sondern mehr deftige deutsche Hausmannskost.

Von dpa/RND