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Wirtschaft Bundesbank stimmt Bundesbürger auf wachsende Teuerung ein
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20:09 09.04.2011
Präsident der Deutschen Bundesbank Axel Weber Quelle: dpa

Die Verbraucher in Deutschland müssen sich wegen steigender Energie- und Rohstoffpreise in diesem Jahr auf weiter steigende Inflationsraten einstellen. Sie könnten nach Prognose von Bundesbankpräsident Axel Weber zum Jahresende sogar fast drei Prozent erreichen.

Weber sprach am Samstag im ungarischen Gödöllö nach Beratungen der EU-Finanzminister von einer „deutlichen Eintrübung der Preisperspektiven“. Für den gesamten Euroraum gingen die Währungshüter daher im Jahresdurchschnitt von einer Teuerungsrate deutlich über der EZB-Warnschwelle von 2 Prozent aus. „Ich würde sogar so weit gehen, dass sich das Richtung 2,5 Prozent im Durchschnitt des Jahres bewegen könnte.“

Ausdrücklich noch schlechter sieht der Ende April ausscheidende Bundesbankpräsident die Perspektiven für Deutschland. Dort rechne er vor allem in der zweiten Jahreshälfte mit Preissteigerungsraten, „die sogar an 3 Prozent herankommen könnten“. Weber wies in diesem Zusammenhang auch auf die tarifpolitische Landschaft mit aktuellen „Abschlüssen um die 3 Prozent“ hin.

Als Klassenprimus erweist sich dagegen die deutsche Wirtschaft in Sachen Konjunktur. Nach Webers Einschätzung dürfte die größte Ökonomie Europas den schweren Einbruch des Rezessionsjahres 2009 deutlich schneller verdaut haben als die meisten europäischen Partner. Weber sprach von einem „moderaten aber heterogenen“ Aufschwung im Euroland.

Das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone mit seinen 17 Mitgliedsländern werde „etwa erst zum Ende des Jahres 2012“ wieder auf dem Vorkrisenniveau sein, sagte Weber. „Wir dürften das in Deutschland schon Ende dieses Jahres erreichen, obwohl wir im Vergleich zum Euroraum insgesamt einen viel tieferen Konjunktureinschnitt hatten, aber eben auch eine höhere Dynamik jetzt“, sagte er. „Der Aufschwung ist bei den Arbeitnehmern angekommen“, fügte er mit Blick auf die positive Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt hinzu.

Größere Gefahren für die Erholung in Europa sind nach Einschätzung von EU-Währungskommissar Olli Rehn nicht in Sicht. Der Aufschwung verfestige sich. „Es bleiben aber Unsicherheiten“, sagte Rehn und wies auf die Krisen im Nahen Osten und Nordafrika sowie die Atomkatastrophe in Japan hin. Es sei aber unwahrscheinlich, dass die internationalen Krisen den Aufschwung in Europa beeinträchtigten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte erst am Donnerstag mit einer Zinserhöhung ihre Politik des extrem billigen Geldes beendet. Der Leitzins stieg um 0,25 Punkte auf 1,25 Prozent, um der anziehenden Inflation Einhalt zu gebieten. Seit Monaten heizen hohe Energie- und Rohstoffpreise die Inflation an, im März lag die jährliche Teuerungsrate im Euro-Raum mit 2,6 Prozent deutlich über der EZB-Warnschwelle von 2,0 Prozent. Volkswirte erwarten, dass die Notenbank ihren wichtigsten Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld in den nächsten Monaten in kleinen Schritten auf 2,0 Prozent anheben wird.

dpa

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